Der Landessportbund und der Kreissportbund Börde hatten am Sonnabend erneut zum Frauensportaktionstag in das Kurfürst-Joachim-Friedrich-Gymnasium eingeladen. Das Motto der inzwischen sechsten Auflage lautete "Vielfalt und Toleranz". Außerdem hatten die rund 300 Teilnehmerinnen fünf Stunden richtig viel Spaß an Bewegung im besten Sinne des Wortes.

Wolmirstedt l "Der 6. Frauensportaktionstag spiegelt nicht annähernd das wider, was hier binnen fünf Stunden auf dem Hallenparkett abgeht. Ich finde, das ist Frauenpower pur." Stadtratsvorsitzender Alfons Hesse (CDU), einer von zahlreichen Ehrengästen, zeigte sich beeindruckt von einer großartigen Sportveranstaltung der etwas anderen Art am Sonnabend in der Sporthalle des Kurfürst-Gymnasiums.

Für Anke Frohn und Karin Gallert vom Kreissportbund und seit Anbeginn die beiden entscheidenden "Drahtzieher" erneut die Bestätigung, mit einem starken Team wieder einmal alles richtig gemacht zu haben. "Was uns aber besonders freut, dass unter den 300 Frauen auch 22 Migrantinnen weilten", so Anke Frohn.

Die zunächst mit einem kurzweiligen Kulturprogramm auf fünf schweißtreibende Stunden eingestimmt wurden. Da waren die Line Dancer aus Magdeburg und Samswegen, die mit ihrer tänzerischen "Gruppengymnastik" die Teilnehmerinnen begeisterten. Einmal mehr überzeugten die Turnerinnen vom Sportclub Haldensleben, die mit akrobatischen Übungen ihr beachtliches Können demonstrierten. Erst danach gab es für die Teilnehmerinnen, die längst nicht nur aus dem Landkreis Börde kommen, kein Halten mehr, begann das Training in den Workshops. Das aber erst nach einem gemeinsamen "Warm up", bei dem Detlef Planert, der neben Burghard Frohn (Fußball) der einzige aktive Mann an diesem Tag war, den Takt vorgab.

Danach hieß es: Wer die Wahl hat, hat die Qual. Die Mädchen und Frauen im Alter zwischen elf und 72 Jahren konnten nämlich aus 21 verschiedenen Angeboten auswählen. Da musste selbst Stammgast Karsta Schmidt, 54, aus Wolmirstedt, lange überlegen. "Die Teilnehmerinnen sehen sich auch als Multiplikatoren", erklärte Riva Gernott, 65, aus Genthin, "denn das, was beispielsweise ich hier lerne, möchte ich meinen Sportfreundinnen der Gymnastikgruppe weiter vermitteln." "Wir haben diesmal bei der sechsten Auflage besonders viel Wert auf Rhythmus und Ausdauer gelegt, dabei darauf geachtet, dass es Sportarten sind, die Freude an der Bewegung vermitteln und dabei im Trend liegen." Anke Frohn denkt dabei an Streetdance, Hiphop, aber auch den Orientalischen Tanz.

Nicht zu überhören waren die Teilnehmerinnen des Drums Sticks Special, wobei in gekonnten Bewegungen auf großen Bällen getrommelt wird. Diese ungewöhnliche Kombination soll Stress abbauen, wie Übungsleiterin Claudia Müller versicherte. Seit Jahren ein Dauerbrenner, dafür sprechen auch die enormen Teilnehmerzahlen, ist und bleibt Zumba. Die stetig wachsende Begeisterung ist auch Mandy Dettmer zu verdanken. "Die Haldensleber Tanzlehrerin versteht es immer wieder hervorragend", so Karin Gallert, "die Balance zwischen Muskelaufbau auf der einen Seite und Konditionsverbesserung auf der anderen Seite zu erreichen." Gut besucht waren am Sonnabend auch die Workshops "Bauch, Beine, Po", Rückenschule, Aroha und Pilates. Doch auch Frauenfußball liegt weiter im Trend. Übrigens die einzige Sportart an diesem Tag, die nicht unter dem Hallendach stattfand.

Wie überhaupt gesagt werden muss, dass im Kurfürst-Joachim-Friedrich-Gymnasium Jahr für Jahr sportlichen Frauen ein optimales Umfeld geboten wird. Erinnert sei an die moderne Dreifeldsporthalle, den Außensportbereich und die Klassenräume für Workshops. Und so erstaunt es auch nicht, dass, als man zum Abschluss des Aktionstages sich zum gemeinsamen Kaffeetrinken traf, das Gros der Frauen signalisierte, "wir kommen auch 2015 gern wieder!"

 

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