Zwei Konzerte haben die Besucher in der kleinen Elbeuer Kirche St. Peter und Paul begeistert. Geld spielte dabei auch eine Rolle. Für die Sanierung der Kirchenfenster sind 2389,11 Euro im Klingelbeutel gelandet.

Wolmirstedt l Es war das dritte Mal, dass Mark-André Krogel-Riemann ein Konzert in der Kirche spielte, aber diesmal war einiges anders. Der Elbeuer hatte sich noch mehr Freunde an die Seite geholt, es gab eine Pause, in der Kaffee, Kuchen und Schmalzstullen gereicht wurden und das Konzert wurde an zwei aufeinanderfolgenden Tagen gespielt. So musste diesmal niemand wegen Platzmangels wieder nach Hause gehen. Alle Änderungen stellten sich als gute Ideen heraus, denn die Kirche war an beiden Tagen gefüllt, auch die zusätzlich bereitgestellten Stühle waren besetzt und draußen bleiben, das musste niemand.

So erlebten rund 250 Menschen Musik, die lachen und weinen ließ. "Mein schönster Moment war, als ich beim Refrain des Liedes ,Über sieben Brücken` Stimmen aus dem Publikum hörte", sagt Krogel-Riemann. In der Tat waren viele Besucher spontan in den Karat-Klassiker eingestimmt, und so erklang in der Kirche ein vielstimmiger Chor.

Beim "Halleluja", das aus der Feder des kanadischen Komponisten Leonard Cohen stammt, schien es hingegen, als würde das Publikum den Atem anhalten. Krogel-Riemann interpretierte dieses Lied zusammen mit Florian Wesemann so voller Hingabe, dass viele Besucher mit Tränen in den Augen in die anschließende Pause gingen.

Dort hatten die Familie und Freunde Krogel-Riemanns eine lange Kaffee-, Kuchen- und Schmalzstullentafel aufgebaut, und weil sich der Spätsommer von seiner schönsten Seite zeigte, genossen die Besucher diese Leckereien an frischer Luft ausgiebig.

Mark-André Krogel-Riemann hat viele seiner musikalischen Freunde im Wolmirstedter Gospelchor gefunden. Dazu gehört das Trio "Triple S", zu dem Silke Kollmey, Sandy Bärecke und Stefan Feige gehören. Sie begeisteerten mit einer Version von "Is it right", dem Lied, mit dem das Musikerinnentrio "Elaiza" beim Eurovision-Song-Contest angetreten war.

Auch die Familie der Gospelchorleiterin Konstanze Schlegel war beim Konzert fast vollständig vertreten. Sie sang mit ihrem Mann Peter Hugo Kinderlieder, wie das Kuschellied "Rück doch mal näher." Konstanze Schlegel ist sicher: "Kinderlieder sind wie Lieder für Erwachsene, nur besser." Sohn Johann (8) erstaunte mit schwungvoller Klezmer-Musik auf der Klarinette. Der sechsjährige Simon hatte die Besucher bereits vor der Kirche mit Flötenmusik empfangen.

Auch zu Mark-André Krogel-Riemanns Familie gehören musikalische Talente. Nichte Helene Müller (15) berührte auf dem Piano mit Filmmusiken, unter anderem aus "Forrest Gump". Töchterchen Eleonora (8) unterstützte den Rhythmus vieler Lieder mit Kastagnetten.

Es gab noch mehr Musiker und noch mehr Lieder und am Ende kamen sie alle erst nach Zugaben von der Bühne. Das letzte Lied musste der Song "Oh happy day" sein, dieser fröhliche Gospel, dessen Optimismus sich niemand entziehen kann, fasste die Stimmung des Konzertes zusammen. Mit diesem Lied im Ohr verließen die Besucher die Kirche. "Das Konzert war wahnsinnig schön", schwärmte Christina Franke, "die Elbeuer Kirche hat sich zu einem richtigen Geheimtipp entwickelt."

Die Gäste bedankten sich für diese zwei Konzerte nicht nur mit Worten, sondern füllten die bereitsgestellten Spendenboxen großzügig. "Ich kann es gar nicht fassen", sagt Kirsten Müller-Riemann, stellvertretende Vorsitzende des Gemeindekirchenrates, als die Summe feststand. 2389,11 Euro hatten die Besucher gegeben. "Das Geld wird in Glas, Kitt und Holz umgesetzt", sagte Mark-André Krogel-Riemann. Die alten Fenster müssen dringend ersetzt werden, das Blei ist über 300 Jahre alt.

In den vergangenen beiden Jahren war bei den Konzerten für die Kirchhofmauer gesammelt worden. Die ist inzwischen mit Hilfe dieser Spenden, Geldern aus dem Stadthaushalt und dem Kirchenkreis wunderschön restauriert worden.

 

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