Die Forstbetriebsgemeinschaft Lindhorst-Colbitz hat ihre Mitglieder und Waldbesitzer bei einer Informationsveranstaltung über die Waldbaumaßnahmen aufgeklärt. Schäden eines sieben Jahre zurück liegenden Sturms wirken immer noch nach.

Colbitz/Lindhorst l Zu einer Informationsveranstaltung hatte die Forstbetriebsgemeinschaft Lindhorst-Colbitz am vergangenen Freitag eingeladen. Einmal im Jahr werden die Mitglieder und Waldbesitzer im Rahmen einer zweistündigen Tour durch das Waldgebiet der Gemarkung Colbitz geführt, um ihnen die verschiedenen Waldbaumaßnahmen zu erklären.

"Wir fahren mit zwei Kremsern durch den Wald und zeigen den Besitzern, was sich auf ihren Grundstücken getan hat", erklärt Andreas Berger, stellvertretender Vorsitzender der Forstbetriebsgemeinschaft. Rund 30 Waldbesitzer nahmen an der Veranstaltung teil.

An verschiedenen Exkursionspunkten erläuterte dabei der zuständige Förster Holger Peine unter anderem, welche Schäden vom Sturm "Kyrill" aus dem Jahr 2007 noch immer im Wald nachwirken. "Hier an der ersten Station haben wir immer noch gut 40 bis 50 Prozent Kahlschlag. Die Bäume sind sehr stark beschädigt. Aber wir haben schon wieder Bäume angepflanzt, vor allem Douglasien." Das Kieferngewächs werde gerne zur Aufforstung in diesem acht Hektar großen Waldstück verwendet.

Außerdem gebe es auf diesem und dem gegenüberliegenden Waldstück Probleme mit Rotwild. "Deswegen wurde das Gebiet extra mit rotem Flatterband abgesperrt", erläutert Andreas Berger. Das wirke abschreckend für die Tiere. Insgesamt wurden sieben Hektar Wald mit Zäunen versehen, um Schäden an den Bäumen durch die Tiere abzuwenden, erklärt Förster Holger Peine.

Was den Förster besonders freut: "Wir haben in diesem Jahr viel Naturverjüngung. Zusätzlich zu unseren Aufforstungsmaßnahmen haben die heruntergefallenen Zapfen in der Erde gekeimt." Auf 1241Hektar Waldfläche, die den Mitgliedern der Forstbetriebsgemeinschaft insgesamt gehört, habe man im Jahr 2014 gut 5000Festmeter Holz - in etwa 15000 bis 20000 Bäume - gefällt, informiert Holger Peine. Diese Menge werde durchschnittlich jedes Jahr erreicht. "Außerdem haben wir 10Hektar an Nadel- und Laubhölzern aufgeforstet und auf 27Hektar Waldgebiet den Bestand gepflegt, gemäht und Unkraut beseitigt."

Nach der Tour durch das Waldgebiet haben sich die Mitglieder der Forstgemeinschaft im Jugend- und Sportzentrum Colbitz getroffen, um über die Maßnahmen im kommenden Jahr zu beraten. "Wir werden jetzt bis Ende Oktober mit verschiedenen Holzfirmen verhandeln. In der Vorstandssitzung im November legen wir dann fest, welche Firma im nächsten Jahr die Fällarbeiten übernimmt und welche Baumschule sich um die Aufforstung kümmert", erläutert Andreas Berger.