Zur letzten Haldentour in diesem Jahr haben sich über 40 Teilnehmer bei schönstem Wetter auf den Weg gemacht, den Salzberg des Zielitzer Kaliwerkes zu besteigen. Der Blick von oben reicht bis Burg und Tangerhütte.

Zielitz l Für die letzte Haldentour in diesem Jahr haben 44Teilnehmer ihre Wanderschuhe angezogen, um auf den 120Meter hohen "Kalimandscharo" bei Zielitz zu steigen. Bei strahlendem Sonnenschein führten Joachim Baersch und Ulrich Stephan vom Bergmannsverein "Scholle von Calvörde" die Besucher auf die aus Abraumsalz bestehende Halde.

Das Kaliwerk Zielitz fördert hier täglich 42000 Tonnen Salz zutage, davon sind allerdings rund 30000 Tonnen verunreinigt und damit nicht zu gebrauchen. Dieses Material landet mittels eines Förderbandes auf der Halde, die in den Monaten von Mai bis Ende September besichtigt werden kann.

Zu Beginn der Tour holte Joachim Baersch etwas Salz von dem zwei Kilometer langen Förderband und erklärte: "Es sieht zwar aus wie Salz, ist aber unter anderem mit Sand verunreinigt." Der 61-Jährige arbeitet seit 45 Jahren als Elektriker im Kaliwerk und führt an den Wochenenden interessierte Besucher ehrenamtlich auf die Halde.

Wolfgang Loettel ist aus Köthen angereist, um den "Kalimandscharo" zu besteigen. "Ich mache die Tour zum ersten Mal mit. Für mich ist das sehr interessant, weil ich mich als Verfahrenstechniker gut mit chemischen Prozessen auskenne", erklärte der 74-Jährige und kostete das von Joachim Baersch vom Förderband geholte Salz. "Es schmeckt auf jeden Fall salzig, aber nicht sonderlich gut", sagte der Köthener und lacht.

Auf der insgesamt sechs Kilometer langen Strecke geht es mit einer 16-prozentigen Steigung nach oben. Die salzhaltige Luft erleichterte das Durchatmen nach dem teilweise anstrengenden Aufstieg. Die Kraterlandschaft auf dem weitläufigen Plateau der Halde gleicht einer Mondlandschaft. Von hier aus konnten die Besucher weit in die Ferne blicken: "Auf der einen Seite kann man bis Burg blicken und auch das Magdeburger Wasserstraßenkreuz sehen. Auf der anderen Seite reicht der Blick bis Sandbeiendorf und Tangerhütte", erläuterte Bergführer Joachim Baersch. "Das ist wortwörtlich der Höhepunkt der Wanderung", sagte Wolfgang Loettel beeindruckt.

Nach der rund zweieinhalb Stunden dauernden Tour sammelten sich die Besucher wieder am Infopunkt, wo die Wanderung auf den Salzberg auch startete. "Das war eine sehr schöne Wanderung", war Wolfgang Loettel der Meinung. "Und es ist mal etwas anderes."