In der Straße der Deutschen Einheit gibt es ein gravierendes Parkplatzproblem. Es gibt viel zu wenig Pkw-Stellflächen und der Parkplatz gegenüber der ehemaligen Harnisch-Schule ist eine Holperpiste. Schnelle Besserung ist nicht in Sicht.

Wolmirstedt l Rolf Nagel (72) lebt seit 35 Jahren in der Straße der Deutschen Einheit. Von seiner Wohnung aus blickt er auf den Parkplatz, der gegenüber der ehemaligen Harnisch-Schule liegt. "Dort wurde seit 35 Jahren nichts gemacht", sagt er. Dieser Platz bietet zwar Stellflächen, aber der Untergrund ist nicht befestigt und so verwandelt sich der triste Platz nach jedem Regen in eine Pfützenlandschaft. Verschärfend wirkt sich für Autobesitzer außerdem die allgemeine Parkplatzknappheit aus. "Die Harnisch-Schule ist doch jetzt leer", schlägt der Rentner vor, "einige Flächen können doch zu Parkplätzen umgebaut werden."

Diese Möglichkeit wurde auch schon von der Stadtverwaltung in Erwägung gezogen. "Es ist die einzige Möglichkeit, neue Plätze zu schaffen", sagt Bürgermeister Martin Stichnoth (CDU). Ob es allerdings dazu kommt, ist fraglich. Im Rahmen des Stadtentwicklungskonzeptes war die Parkplatznot in der Straße der Deutschen Einheit ebenfalls Thema.Das Stadtentwicklungskonzept wird vom Stadtplanungsbüro Stephan Westermann betreut und betrachtet die Entwicklung Wolmirstedts bis in das Jahr 2030 hinein. "Die Prognosen sagen, dass in den kommenden Jahren die Bevölkerungszahl weiter zurückgehen wird", macht der Bürgermeister deutlich. Das wird sich weiterhin auf den Wohnungsbedarf auswirken und könnte womöglich den Abriss weiterer Wohnblöcke bedeuten. So wie im Jahr 2015 der Block Geschwister-Scholl-Straße 54 bis 60 abgerissen wird, könnten eines Tages auch Häuser in der Straße der Deutschen Einheit fallen. Bisher sind das mögliche Konsequenzen aus dem Blick in die Zukunft, konkrete Pläne dafür gibt es noch nicht. Sollte es jedoch dazu kommen, würde sich das Parkplatzproblem auf mittelfristige Sicht quasi von selbst lösen.

Diese Aussichten helfen den Anwohnern in ihrer aktuellen Parkplatznot jedoch nicht. Deshalb verhandelt die Stadt mit der Allgemeinen Wohnungsgenossenschaft (AWG), der ein Großteil der Häuser in der Straße der Deutschen Einheit gehört. "Ein Grundsatzbeschluss zur Veräußerung von Flächen an die AWG wurde bereits gefasst", sagt der Bürgermeister.

Die AWG ist grundsätzlich an den Flächen interessiert, auch an dem Parkplatz gegenüber der Harnisch-Schule. "Mit der Stadt reden wir schon ewig darüber", sagt AWG-Chef Siegfried Bärhold, wirkliche Ergebnisse gebe es jedoch noch nicht. Sollte es zum Verkauf kommen, besteht jedoch Hoffnung für die Anwohner. "Wir wollen den Parkplatz übernehmen und dann sanieren", sagt Siegfried Bärhold. Er hat Hoffnung, dass die Parkplatzübernahme im Jahr 2015 über die Bühne gehen kann. "Dann werden wir den Parkplatz einhausen, mit einer Schranke versehen, befestigen und die einzelnen Parkflächen kenntlich machen", sagt der AWG-Chef, "dann können nur noch die Anwohner ihre Autos dort abstellen." Ob und welche Kosten damit für die Nutzer verbunden sind, ist noch unklar.

Vorher aber will die AWG andere Flächen übernehmen. "Wir möchten auf der linken Seite der Straße der Deutschen Einheit die Grünflächen erwerben." Wenn die AWG Eigentümer der Grünflächen ist, wird sie auch deren Pflege übernehmen. Damit müssten die Unterhaltungskosten nicht mehr aus dem Stadtsäckel finanziert werden.