Weil beide Gebäude seit Jahren leer stehen, sollen die Bahnhofshalle sowie die "Alte Apotheke" in Barleben verkauft werden. Alle ursprünglichen Nutzungspläne scheiterten an der Finanzierung.

Barleben l Graffiti-Schmierereien prangen auf den roten Backsteinwänden, die Fenster sind mit Brettern zugenagelt. Seit vielen Jahren schon steht das Bahnhofsgebäude in Barleben leer. Nun soll das zunehmend verfallende Haus verkauft werden.

2007 hatte die Gemeinde das Gebäude der Deutschen Bahn abgekauft und wollte wieder Leben einziehen lassen. "Kaufentscheidend waren Pläne des Liba-Vereins und des Naturschutzbundes (Nabu) Barleben, die vorsahen, das Bahnhofsgebäude umfangreich zu sanieren und eine Bio-Vollwertküche sowie eine Begegnungsstätte einzurichten. Die Gemeinde wollte somit ihren Beitrag leisten, um dem Liba-Verein `auf die Beine` zu helfen", erläutert Thomas Zaschke, Pressesprecher von Barleben. "Die Pläne sahen weiter vor, mit dem dort zubereiteten Essen die Kindereinrichtungen und Schulen in Barleben und der Niederen Börde zu versorgen", fügt er hinzu.

Doch aus den Plänen sei nichts geworden, der Businessplan sei nie umgesetzt worden. Laut Thomas Zaschke schätzten der Liba-Verein und der Nabu "das finanzielle Risiko plötzlich als zu hoch ein". Seither stehe das Bahnhofsgebäude leer und verfalle stetig weiter. "Es hat sich in all den Jahren keiner gefunden, der es nutzen möchte. Nun gibt es einen Interessenten. Alle sollten froh sein, wenn wir den maroden Bahnhof loswerden", sagte Bürgermeister Franz-Ulrich Keindorff (FDP) während der jüngsten Gemeinderatssitzung. Für wieviel Geld das Gebäude veräußert werden soll, war von der Verwaltung bisher nicht zu erfahren.

Äußerlich in deutlich besserem Zustand ist die "Alte Apotheke" in Barleben, an deren Wänden sich wilder Wein rankt und deren Schaufenster liebevoll vom Heimatverein dekoriert werden. Doch auch dieses Gebäude, ebenfalls Gemeindeeigentum, soll den Besitzer wechseln. "Die `Alte Apotheke` wurde zuletzt zur 950-Jahr-Feier im Jahr 2012 als Infoshop genutzt", erinnert Thomas Zaschke. Im gleichen Jahr habe es Überlegungen gegeben, in den Räumen der "Alten Apotheke" und im Gastronomiebereich des "Barleber Hofes" eine Gemeinschaftsküche einzurichten. "Die durch eine Wirtschaftlichkeitsuntersuchung ermittelten Preise, zum Beispiel für eine Ganztagsversorgung in einer Kita waren jedoch nach Meinung vieler Elternvertreter am Markt nicht durchsetzbar und eine Mehrheit im Gemeinderat zur Umsetzung des Projektes fraglich", informiert der Sprecher. Die Ausschreibung der "Alten Apotheke" werde derzeit von der Verwaltung vorbereitet.

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