Peter Loeh aus Dolle ist ein bekennender Hermann-Löns-Fan. Der 26. September war ein besonderes Datum für ihn: An diesem Tag jährte sich der Todestag von Hermann Löns, der auch als Heidedichter bekannt ist, zum 100. Mal.

Dolle l Peter Loeh verehrt Hermann Löns nicht ohne Grund. "Er ist schon zu seiner Zeit für den Schutz der Natur eingetreten, so dass ich ihn immer als den ersten ,Grünen` bezeichne", erklärt der Dollenser, der selbst ein engagierter Naturschützer und Jäger ist.

In seinem Haus in Dolle hat Peter Loeh ein regelrechtes Hermann-Löns-Kabinett eingerichtet. "Schon seit meiner frühesten Jugend habe ich alles gesammelt, was mit Hermann Löns zusammenhängt", berichtet Loeh. Da finden sich zahlreiche Bücher des Schriftstellers, Bilder, Fotografien und sogar Löns-Likör, Briefmarken-Sonderausgaben mit Lönsmotiven oder Filmplakate vom damaligen Erfolgsfilm "Die Heide brennt".

Peter Loeh ist sogar im Besitz des original Jagdmessers von Hermann Löns. Auf Flohmärkten, Auktionen oder im Internet ist er immer auf der Suche nach weiteren Stücken, die eine Beziehung zu Hermann Löns haben.

In seinem Garten hat Peter Loeh sogar einen Hermann-Löns-Gedenkstein aufgestellt. Den Findling hat er im Garten ausgegraben. Ein Steinmetz gravierte darauf die so genannte Wolfsangel als jagdliches Motiv, das Hermann Löns gern zum Signieren seiner Werke benutzte. Außerdem schmückt eine schlichte Bronzetafel den Stein.

"Sonderaustellung könnte zum Museumstag eröffnet werden."

Peter Loeh steht darüber hinaus im Briefkontakt mit einem Neffen von Hermann Löns, der in Hannover lebt. Von ihm hat er erfahren, dass es in der niedersächsischen Landeshauptstadt anlässlich des 100. Todestages des Heidedichters eine Gedenkwoche mit mehreren Veranstaltungen gab.

"Ich hätte auch gern gesehen, wenn in unserer Region anlässlich des Jubiläums an Hermann Löns gedacht wird", so Peter Loeh. Er hatte versucht, im Wolmirstedter Museum eine Hermann-Löns-Ausstellung anzuregen. "Wir beschränken uns aber nur auf regionale Bezüge. Und den sehe ich bei Hermann Löns für Wolmirstedt nicht", begründete Museumsleiterin Anette Pilz die Absage.

Auf dem Colbitzer Museumshof soll es im kommenden Jahr aber eine solche Ausstellung geben. "Die Sonderausstellung könnte anlässlich des Museumstages, zum Heidefest oder zum Tag des Baumes eröffnet werden", blickt Herbert Bilang, Leiter des Museums- hofes, voraus. Peter Loeh würde dafür die Exponate aus seinem umfangreichen Fundus zur Verfügung stellen.

Erfolg hat der umtriebige Dollenser allerdings in Wernigerode gehabt. Der Beiname "die bunte Stadt am Harz" geht auf ein Hermann-Löns-Zitat zurück. Kein Wunder, dass die Wernigeröder nicht nur eine Straße nach Löns benannt haben, sondern auf Anregung von Peter Loeh anlässlich des 100. Löns-Todestages auch einen Gedenkstein eingeweiht haben.

"Ich danke Ihnen ganz herzlich für Ihre Anregung, anlässlich des 100. Todestages von Hermann Löns in Wernigerode noch einen zusätzlichen Ort des Gedenkens oder des Bedenkens zu schaffen", heißt es in einem Brief von Dezernent Andreas Heinrich an Peter Loeh.

Am 26. September war der Stein im Wernigeröder Wildpark Christianental im Rahmen eines schlichten Gedenk- aktes freigegeben worden. Die Rede dazu hielt der Blankenburger Schriftsteller Bernd Wolff, den die Texte von Hermann Löns sein Leben lang begleitet haben. Den Stein schmückt die Inschrift "Zur Erinnerung an Hermann Löns 29. August 1866 - 26. September 1914". Zusätzlich ist noch ein überlieferter Ausspruch von Löns eingraviert: "Alle Städte den Harz hinauf, den Harz hinab, haben ihre Schätze und Kostbarkeiten, keine aber ist so reich und bunt wie Wernigerode."