Wolmirstedt l Das Haldensleber Fahrgastschiff "Roland" schippert bei seinen Ausflugsfahrten an Wolmirstedt vorbei. Das soll so nicht bleiben. Geht es nach dem Willen der Stadt, wird es bald am Elbeuer Bootshaus halten. "Warum sollen die Wolmirstedter nicht hier vor Ort zu- und Gäste aussteigen", sagt Astrid Eichel, die in der Stadt für die Wirtschaftsförderung zuständig ist. Erklärtes Ziel ist es, den Stopp bereits in der nächsten Saison anzubieten.

Die Idee ist noch ganz frisch. Der Wolmirstedter Kanuverein hat erst vor wenigen Tagen davon erfahren. "Wir haben noch nicht im Vorstand darüber gesprochen", sagt Kanuvereinsvorsitzender Sven Kleinau, "aber ich bin sehr offen dafür. Es bringt sowohl unsere Region als auch den Kanuverein nach vorn."

Am Bootshaus wäre das Ein- und Aussteigen problemlos möglich. Das Ufer ist mit einer Spundwand befestigt. Ob es je zu einem Halt von Fahrgastschiffen kommen wird, entscheidet das Wasser- und Schifffahrtsamt Uelzen. "Diese Möglichkeit wird in unserem Haus geprüft", sagt Klaus Rippahn, der in Schiffartsamt Amt für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist.

Der Mittellandkanal ist mit 325 Kilometern die längste künstliche Wasserstraße Deutschlands. Die touristische Nutzung soll künftig von allen Anrainergemeinden des Landkreises gemeinsam vorangetrieben werden. Dazu wurde die Arbeitsgruppe "Wirtschaftsraum Mittellandkanal" gebildet. Erika Tholotowsky, Bürgermeisterin der Gemeinde Niedere Börde, kümmert sich um die Organisation dieser Gruppe. Die Mitglieder haben bereits den Haldensleber Hafen unter die Lupe genommen, nehmen die Vahldorfer Hafenanlage ins Visier und die Anlegestelle in Elbeu. "Ziel ist es", so Erika Tholotowsky, "dass Reisende in Wolmirstedt aussteigen und zu Fuß oder per Fahrrad die Sehenswürdigkeiten, wie Schlossdomäne oder den Jersleber See, erkunden." Das Café in der Elbeuer Wassermühle kann sich ebenfalls als Ziel für Reisende anbieten.

Wolmirstedt ist im Mai dieser Arbeitsgruppe beigetreten. Astrid Eichel agiert als Kontaktperson. Sie schwärmt von der Möglichkeit, dass das Elbeuer Bootshaus stärker genutzt werden kann. "Vielleicht können dort überdachte Sitzplätze entstehen." Eine Vision wäre, dass sich jemand findet, der sich eine regelmäßige Gastronomie in der Nähe des Wassers vorstellen kann. Weiterhin muss über Parkmöglichkeiten für Reisende nachgedacht werden. "Außerdem können wir an verschiedenen Stellen der Stadt, wie im Rathaus, Fahrscheine anbieten", sagt sie. Astrid Eichel weiß, dass viele nicht gerne die Bestellmöglichkeiten des Internets nutzen.