Der Ortschaftsrat in Ebendorf hat es sich zum Arbeitsprinzip gemacht, vor Beschlussfassungen die Probleme ihrer Bürger vor Ort zu beraten. So traf man sich jüngst an der Olvenstedter Straße.

Ebendorf l Die Olvenstedter Straße gehört zu den meistbefahrenen Straßen des Ortes und ist in einem beklagenswerten Zustand. Trotz Empfehlung, die Durchfahrt zu meiden, fahren hier auch viele landwirtschaftliche Fahrzeuge und Schwerlaster entlang. Kein Wunder, dass von Hochborden keine Rede mehr sein kann und sich immer wieder Schlaglöcher bilden. Das hat dazu geführt, dass bei Regen das Wasser von der Straße auf die Grundstücke, teilweise in die Garagen läuft. Außerdem ist auf der rechten Straßenseite nach der Kreuzung praktisch kein Gehweg vorhanden. Ortsbürgermeister Manfred Behrens: "Ich schlage vor, den Gehweg und die Zufahrten nur vor den ersten vier Grundstücken herzustellen, da ja auf der anderen Seite Rad- und Gehweg durchgängig vorhanden sind." Von Rudolf Wehling wurde darauf hingewiesen, dass entsprechend der Straßenausbausatzung der Gemeinde dann die Anwohner an den Kosten beteiligt werden müssen. Im Fokus steht für die Anwohner aber viel mehr die Fahrbahn, für die das Land zuständig ist. Johann Orlowski, der in dem Eckhaus wohnt, hat schon lange von der Blechlawine vor der Tür die Nase voll und jetzt richtig Ärger.

Am 30. September war wegen einer Ölspur ein Pkw von der Fahrbahn abgekommen, auf sein Grundstück gerast und hatte Zaun, Eingangsbereich und Fassade beschädigt. Auch wenn die fehlenden Borde dies vermutlich nicht hätten verhindern können, sieht sich der Ortschaftsrat in der Pflicht. Manfred Behrens: "Wir werden das Land bitten, die notwendigen Instandhaltungsarbeiten durchzuführen und die Hochborde so schnell wie möglich in Ordnung zu bringen."

Das wäre sehr im Interesse der Anwohner, sagte Orlowski gegenüber der Volksstimme. Kaputtgefahren worden sei die Straße besonders durch Baufahrzeuge, als die Biogasanlage gebaut wurde. Schön wäre es auch, wenn es in dem Bereich zu einer Geschwindigkeitsbeschränkung käme. "Bis weit nach 22 Uhr fahren beispielsweise zu Erntezeiten Traktoren mit Anhänger, oft mit einem Affenzahn." Im Klaren sind sich die Betroffenen und der Rat darüber, dass sich ein generelles Verbot für den Schwerlastverkehr nicht durchsetzen lässt.

Martina Orlowski machte die Ortschaftsräte auf ein weiteres Ärgernis aufmerksam: Die alten Bäume am Straßenrand, die offenbar krank sind. "Ständig fallen teilweise große Äste herunter. Warum können die nicht gefällt werden?"

Einig sind sich alle Anwohner, dass sie nicht an einer kostenpflichtigen Gehwegherstellung interessiert sind. Manfred Behrens beruhigt: "Lasst uns erst mal Beschlüsse fassen und eine Kostenermittlung vornehmen. Dann sehen wir weiter." In der folgenden Sitzung wurde das dann mehrheitlich so beschlossen.