Die Kinder der beiden Wolmirstedter Grundschulen wurden mit Reflektorbändern ausgestattet. Damit sollen sie auf dem Schulweg besser gesehen werden.

Wolmirstedt l Lisa Falke und Hermine Otto gefallen die neuen Reflektorbänder außerordentlich gut. "Sie leuchten so schön", sind sich die Grundschülerinnen einig. Fröhlich lassen sie die neongelben Bänder um die Ärmel schnippen. Malte Ladebeck und Jakob Lau sehen eher die praktische Seite. "Sie schützen uns."

Die Kinder besuchen die Diesterweg-Grundschule und bekamen Besuch von Polizisten und Versicherungsmitarbeitern. Die hatten sich dafür stark gemacht, dass an beide Grundschulen 500 Bänder verteilt werden.

Diesen Schutz haben die Kinder offenbar bitter nötig. "Viele Kinder sind sehr dunkel angezogen", sagt Börde-Polizeisprecher Joachim Albrecht, "und können gerade in dieser Jahreszeit schnell übersehen werden." Das Gesehenwerden sei im Straßenverkehr jedoch überlebenswichtig. "Unfallursache Nummer eins ist immer noch die überhöhte Geschwindigkeit", sagt Joachim Albrecht, "es ist wichtig, dass Kinder von Autofahrern rechtzeitig erkannt werden."

Die schlechte Sichtbarkeit der Schulkinder bestätigt auch Dieter Frinken, Vorsitzender der Kreisverkehrswacht. Er steht jeden Morgen mit drei bis vier Verkehrshelfern an der Kreuzung zwischen Geschwister-Scholl-Straße und Schwimmbadstraße. Neben der dunklen Kleidung der Kinder bemängelt er auch die schlechte Beleuchtung der Fahrräder. "Wir überreden jeden Morgen Kinder, sich für den Straßenverkehr sichtbar zu machen", sagt Dieter Frinken. Er weist darauf hin, dass sich Fahrradbeleuchtung inzwischen auch mit batteriebetriebenen Lampen installieren lässt und richtet seinen Appell vor allem an die Eltern. Lichtblick im wahrsten Sinne des Wortes seien die Schulranzen, die sämtlichst mit Reflektoren ausgestattet sind.

Dieter Frinken, Joachim Albrecht und die beiden Regionalbereichsbeamten Matthias Schuft und Jens Kaulfuß sehen noch eine weitere Gefahr auf dem Schulweg, und zwar das Chaos, das an jedem Morgen vor den Schulen durch die Autos der Eltern entsteht. Sie haben beobachtet, dass viele ihre Kinder möglichst bis nah an die Tür bringen wollen. "Am schlimmsten ist es am Gymnasium", schätzt Dieter Frinken ein, "hier werden die Wendeplätze für die Busse zugestellt und dann geht gar nichts mehr."

Das lässt nicht nur den Verkehrsfluss stocken, sondern bringt auch Kinder in Gefahr, die zwischen den Autos zum Schuleingang laufen. Vor den Grundschulen haben die Polizisten ebenso gefährliche Situationen beobachtet. "Die Kinder werden mitunter mitten auf der Straße abgesetzt", sagt Joachim Albrecht. Steigen dann auch die Eltern mit aus, und sei es nur kurz, stauen sich die nachfolgenden Autos. Vor der Diesterweg-Schule ist die Situation derzeit wegen der Baustelle besonders prekär.

Die Regionalbereichsbeamten sichern besonders für Erstklässler den Schulweg, aber wollten noch mehr für die Kinder tun. Da sei ihnen die Idee mit den Reflektorbändern gekommen. Finanzielle Unterstützung gab es von verschiedenen Versicherungen.

Das Prinzip der Bänder ist simpel. Werden die steifen, neongelben Streifen leicht gegen den Ärmel geschlagen, schnappen sie zu und winden sich um das Handgelenk. Sie sind wieder abnehmbar und können an jeder beliebigen Stelle wieder umgelegt werden.