Der Hubretter aus dem Kaliwerk Zielitz erregte am Donnerstag in Heinrichsberg Aufsehen. Naturschützer kümmerten sich in luftiger Höhe um das Storchennest im Schmiedeweg.

Heinrichsberg l Unweit der Elbe finden die Störche reichlich Nahrung. Kein Wunder, dass der Horst im Heinrichsberger Schmiedeweg in keinem Jahr leer bleibt.

"Doch im vergangenen Jahr sind die Jungstörche vermutlich wegen des lang anhaltenden Regens im Nest ertrunken", berichtet Anwohner Karlheinz Hager. Er hatte Naturschützer Herbert Bilang aus Colbitz auf die Situation aufmerksam gemacht.

"Im Laufe der Jahre wird der Horst immer größer und schwerer, das Regenwasser kann dann nicht mehr richtig ablaufen."

"Die Tiere beginnen nach ihrer Ankunft aus den südlichen Gefilden immer erst mit dem Nestbau. Im Lauf der Jahre wird der Horst dann größer und schwerer, das Regenwasser kann nicht mehr richtig ablaufen", weiß Herbert Bilang. Als Beispiel nennt er einen Storchenhorst, der vor einigen Jahren im Wolmirstedt abgebaut wurde und jetzt im Colbitzer Museumshof zu sehen ist. "Der wiegt etwa 800 Kilogramm", berichtet Herbert Bilang, der auch stellvertretender Vorsitzender des Naturschutzbundes Sachsen-Anhalt ist.

Gemeinsam mit der Unteren Naturschutzbehörde und dem Kaliwerk Zielitz, das seinen Hubretter zur Verfügung stellte, organisierte Herbert Bilang eine Aktion, um auch das überdimensionierte Nest in Heinrichsberg zurückzubauen. Mit Haken riss Rüdiger Wichert von der Unteren Naturschutzbehörde Stück für Stück aus dem Nest heraus. Assistiert wurde er bei der Arbeit in etwa 15 Metern Höhe von Herbert Bilang und Sven Widdecke.

"Mit solchen Aktionen haben wir schon reichlich Erfahrungen", betont Sven Widdecke aus Angern. Der Maschinist der Zielitzer Werkfeuerwehr steuerte den Arbeitskorb des Hubretters beispielsweise schon zu Storchennestern in Glindenberg, Farsleben, Rogätz, Samswegen, Colbitz, Grauingen, Sandbeiendorf, Zielitz, Loitsche oder Hörsingen.

Gut zwei Zentner Baumaterial entnahmen die Naturschützer dem Nest im Schmiedeweg. "So wie es sich jetzt darstellt, sollte es für das Brutpaar im kommenden Jahr wieder recht attraktiv sein", hofft Herbert Bilang. Unterdessen konnte Karlheinz Hager von der Geschichte des Heinrichsberger Horstes berichten. "Ursprünglich befand es sich auf einer alten Eiche unweit von hier. Doch als der Baum Ende der 90-er Jahre abgestorben war, stellten Naturschützer diesen Masten auf und befestigten darauf die Nestunterlage. Seitdem brütet hier alljährlich ein Storchenpaar."