Wolmirstedt l Eigentlich sollten die Bauarbeiten für einen barrierefreien Übergang zwischen den Bahngleisen 1 und 2 im Sommer begonnen haben. Die Bahn spricht jedoch von noch laufenden Planungen und kann keinen Termin für einen Baubeginn nennen. Das lässt FDP-Stadträtin Gisela Gerling-Koehler keine Ruhe. "Wir sollten offensiv andere Lösungen diskutieren", sagt sie, "alternative Möglichkeiten suchen, einen barrierefreien Zugang zu den Gleisen 2 und 3 zu schaffen." Das können ihrer Meinung nach ebenerdige Übergänge sein.

Sie hat sich umgehört und in der Stadt Gladbeck ein ähnliches Beispiel gefunden. Dort war auch erst ein Tunnel geplant, nach Gesprächen mit der Bahn soll es nun einen ebenerdigen Übergang für Fußgänger und Radfahrer geben. "Auch die Stadt Wolmirstedt sollte Gespräche mit der Bahn führen", sagt Gisela Gerling-Koehler, "der jetzige Zustand ist für unsere Bürger nicht länger hinnehmbar."

Von Bahnsteig 1 zu den Bahnsteigen 2 und 3 gelangen Reisende durch eine Unterführung. Für Rollstuhlfahrer ist die ohne Hilfe nicht zu bezwingen, für Eltern mit Kinderwagen eine schwer zu überwindende Hürde. Rollstuhlfahrer fahren nach Zielitz, steigen dort aus, fahren mit dem nächsten Zug wieder zurück und kommen dann auf dem Bahnsteig 1 an, der ebenerdig in die Stadt führt. Dieser Missstand ist schon oft thematisiert worden. Auch im Rahmen des Stadtentwicklungskonzeptes wurde die Beseitigung Barriere wieder als dringend erkannt.

Gisela Gerling-Koehler möchte, dass sich der Stadtrat mit diesem Thema beschäftigt. In der vergangenen Sitzungsfolge hat sie schon einmal einen entsprechenden Antrag eingereicht, der als "entbehrlich" ausgesondert wurde. Niemand hatte eine überirdische Lösung sicherheitstechnisch für möglich gehalten. "Wir sollten das trotzdem von der Bahn prüfen lassen", so Gerling-Koehler, "und nicht vor der Bürokratie kuschen."