Kai Bobowski ist der erste Gersdorfer mit schnellem Internet. Mit bis zu 50000 Kilobit pro Sekunde kann der 27-Jährige nun im Internet surfen. Die Firma MDDSL will ihr Netz in der Niederen Börde weiter ausbauen - vorausgesetzt, es melden sich genügend Interessenten.

Gersdorf l Im Internet von Seite zu Seite surfen, online Videos abspielen - bis vor wenigen Tagen war das für Kai Bobowski aus Gersdorf unvorstellbar. Er musste sich bisher mit einer Bandbreite von etwa 2000 Kilobit pro Sekunde zufriedengeben. Sein Smartphone habe notfalls als mobiler Hotspot, also als Router-Ersatz, herhalten müssen. Entsprechend schnell sei das mobile Datenvolumen aufgebraucht gewesen. Seit gut einer Woche ist das Geschichte. Der 27-Jährige ist der erste Gersdorfer, den der Internetanbieter MDDSL an sein Netz angeschlossen hat. Mit bis zu 50000 Kilobit pro Sekunde kann Kai Bobowski nun durchs Internet brausen.

Nach einer Umfrage der Firma im Frühjahr hatten rund 50 Gersdorfer verbindlich ihr Interesse an der schnellen Verbindung bekundet - und damit die Mindestanzahl an Nutzern erfüllt. "Jetzt kann der gesamte Ort die Dienstleistungen nutzen", informiert Carsten Stave, Vertriebsleiter bei MDDSL. Um die Bürger mit der schnellen Bandbreite zu versorgen, hat das Unternehmen sein eigenes Netz bis zu den Kabelverzweigungen der Telekom gebaut. "Von diesen Kabelverzweigungen wird die bestehende Telefonleitung zum Haus oder zur Wohnung angemietet, somit müssen zu den Häusern keine neuen Leitungen verlegt werden", erklärt Carsten Stave. Über die Telefonleitung werde das Datensignal eingespeist.

Aufgrund des hohen Zuspruchs, teilt der Vertreibsleiter mit, wolle die Firma weitere Gebiete in Sachsen-Anhalt erschließen - auf eigene Kosten und eigenes Risiko. In der Niederen Börde allerdings haben sich bei bisherigen Umfragen in Jersleben, Klein Ammensleben und Vahldorf noch nicht genügend Interessenten gefunden. Die Umfragegebiete sollen nun weiter ausgeweitet werden. "Ende Dezember wollen wir in Dahlenwarsleben beginnen", informiert Carsten Stave.

Im Frühjahr solle es zudem eine weitere Informationsveranstaltung geben. Attraktiv dürfte die Erschließung auch für Unternehmen mit Sitz in der Niederen Börde sein. Die langsamen Verbindungen seien ein "massives Problem", sagt Daniela Baars, Leiterin der Sozialverwaltung der Einheitsgemeinde. "Je eher in den Gebieten die Mindestzahlen erreicht werden, desto eher wird gebaut", betont Carsten Stave. Künftig, heißt es weiter, sollen auch Leistungen bis zu 100000 Kilobit pro Sekunde gebucht werden können. "Möglicherweise innerhalb des nächsten Jahres", schätzt der Vertriebsleiter.

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