Barleben/Wittmund l Wenn in Barleben über gelebte Partnerschaft gesprochen wird, dann ist in erster Linie von Wittmund die Rede. Das stellte Barlebens Bürgermeister Franz-Ulrich Keindorff bei seinem jüngsten Besuch in Ostfriesland erneut unter Beweis, als er der Einladung zum Neujahrsempfang der Stadt Wittmund folgte.

Unter den 450 Gästen, die am 4. Januar in die Stadthalle kamen, war auch eine vierköpfige Abordnung aus Barleben. Die Reise nach Wittmund traten neben Franz-Ulrich Keindorff die Heidekönigin Julia I., Patrick Säuberlich, Vorsitzender des Sozialausschusses des Gemeinderates, sowie Jörg Meseberg, Geschäftsführer des Wolmirstedter Wasser- und Abwasserzweckverbandes (WWAZ) an.

"Zur gelebten Partnerschaft mit Barleben gehört", so Wittmunds Bürgermeister Rolf Claußen, "dass wir jedes Jahr eine Abordnung aus der Börde zum Neujahrsempfang begrüßen können". In seiner Neujahrsansprache würdigte Claußen dann auch die guten und langjährigen Kontakte zur Gemeinde Barleben. "Das zeichnet unsere Partnerschaft seit Jahren aus. Sie ist kein Relikt der Wiedervereinigung, sondern gelebte Partnerschaft", sagte Wittmunds Bürgermeister den 450 Gästen des Neujahrsempfangs.

Barleben hat seit dem 3. Oktober 1997 einen Partnerschaftsvertrag mit Wittmund. Nachdem die Kontakte (offiziell) etwas schlummerten, sind sie mit der Wahl des Wittmunder Bürgermeisters Rolf Claußen vor acht Jahren wieder neu belebt. Seit 2007 wurde bei den gegenseitigen Treffen von beiden Seiten richtig viel "Holz ins Feuer" der Partnerschaft geworfen, Kultur- und Sportaustausch sowie wirtschaftliche Kontakte gepflegt.

Erstmals in diesem Jahr war auch Wolmirstedts Bürgermeister Martin Stichnoth beim Neujahrsempfang in Wittmund dabei. Aus gutem Grund, wie der Bürgermeister betont. Im vergangenen Jahr bekam die Ohrestadt nämlich von Wittmund Amtshilfe. Günter Hille, Ex-Kämmerer und Barleben-Beauftragter, half über Wochen den Wolmirstedtern in Sachen kameralistischer Haushalt, "ohne Honorar, nur für Kost und Logis". Für Günter Hille war das nach 20 Jahren der zweite Arbeitseinsatz "Ost". Der ehemalige Kämmerer aus Wittmund in Ostfriesland unterstützte Anfang der 90er Jahre Barleben beim Aufbau der neuen Finanzstrukturen. Wie der waschechte Ostfriese noch heute versichert, hat er den Ort fortan in sein Herz geschlossen, so dass sich der Kämmerer über die inzwischen 25 Jahre in seiner Heimatstadt den Ehrentitel "Barlebenbeauftragter" erwarb. "Als ich Ende 2013 eine Anfrage aus Wolmirstedt erhielt, musste ich nicht überlegen."