Zum Jahresbeginn ziehen die Ortsbürgermeister Bilanz über das vergangene Jahr und schauen auf die kommenden Monate. Gudrun Billowie wollte vom Ortsbürgermeister Rolf Knackmuß wissen, worauf es im Ortsteil Farsleben ankommt.

Herr Knackmuß, in Farsleben brennt gerade die Luft, weil der Kulturverein Webers Hof den Seniorentreff geschlossen hat. Können Sie als Ortsbürgermeister die Situation retten?

Rolf Knackmuß: In der kommenden Woche ist der Wolmirstedter Bürgermeister Martin Stichnoth nach seinem Urlaub wieder im Amt. Dann werde ich das Gespräch mit ihm suchen, gemeinsam mit den Senioren. Ich hoffe, dass wir dann Mittel und Wege finden, denn die Seniorenarbeit darf nicht aufhören. Ein Weg wäre beispielsweise, dass die Senioren mit dem Kulturverein "Webers Hof" einen Vertrag abschließen und sich in ihren bisher genutzten Raum einmieten.

Aber auch dann müssen wir über Geld reden. Die Summe, die die Stadt bisher über den Kulturverein "Webers Hof" für Seniorenarbeit zur Verfügung gestellt hat, wird definitiv nicht reichen.

Der Kulturverein "Webers Hof" prägt maßgeblich das Leben des Ortes und darüber hinaus. Was möchten Sie den Mitgliedern in dieser schwierigen Zeit mit auf den Weg geben?

Die ehrenamtliche Arbeit vieler Mitglieder von Webers Hof für das kulturelle Leben muss man loben. Alle Veranstaltungen des vergangenen Jahres waren gut besucht und die Vereinsmitglieder haben für das Wohl der Gäste gesorgt. Das gleiche gilt übrigens für die Freiwillige Feuerwehr. Es ist stark, dass es in so einem kleinen Ort so eine aktive Truppe gibt.

Die Farsleber Ortsfeuerwehr rückt also nicht nur bei Einsätzen gemeinsam aus?

Die Farsleber Ortsfeuerwehr ist bei Einsätzen personell stark vertreten. Aber gemeinsam mit dem Förderverein gestalten die Kameraden auch das Dorfleben. Ein großer Erfolg war das Familienfest mit Volleyballturnier im vergangenen Sommer auf dem Sportplatz. Dieses Familienfest soll Tradition werden. Aber auch das Knobelturnier wird gut besucht. Außerdem unterstützt die Feuerwehr bei Bedarf auch die Kita und andere.

Das Haus am Farsleber Sportplatz wird derzeit zum Jugendtreff umgebaut. Wann können die Jugendlichen dort einziehen?

Ich hoffe, dass die Jugendarbeit im ersten Quartal beginnt. Das DRK als Träger hat den Mietvertrag bereits zum 1. Dezember 2014 mit der Stadt abgeschlossen. Noch laufen die Umbauarbeiten, in die sich viele Firmen aus Farsleben und der Region sowie Eltern und Großeltern eingebracht haben. Ich hoffe, dass die Jugendlichen das, was dort gerade geschaffen wird, zu schätzen wissen.

Mit der Bereitstellung des Hauses hat der Ortschaftsrat einen Wunsch der Jugendlichen erfüllt. Sind 2014 auch alle Wünsche des Ortschaftsrates wahr geworden?

Nein, leider nicht. Die Umgestaltung des Spielplatzes der Kita "Weinbergwichtel" wurde nicht begonnen. Offenbar gab es Planungsschwierigkeiten. Auch die Radfahrerspur an der Kreuzung nach Mose wurde nicht verlegt. Dort soll nun erst nach Beendigung der Straßenbaumaßnahmen in Mose begonnen werden. Und auch Treppe und Haustür an unserem Gemeinde- und Wohnhaus wurde nicht saniert, obwohl die schon lange kaputt sind und bereits im Mai vergangenen Jahres eine Sanierung mit der Stadtverwaltung und der WWG besprochen wurde.

Was wurde erledigt?

Wir haben auf unserem Friedhof eine Urnengemeinschaftsanlage mit zehn Stellen bekommen. Und wir sind sehr froh, dass mit Mitteln des Fluthilfefonds der Moortalweg und ein Teil der Hauptstraße hergerichtet wurden.

Worauf hoffen Sie 2015?

An erster Stelle stehen die Maßnahmen, die 2014 nicht realisiert wurden sind. In diesem Jahr ist die Sanierung des Gehweges der Hauptstraße inklusive Beleuchtung und Nebenanlagen in der Planungsphase. Außerdem hoffen wir auf den Straßenzusammenschluss zwischen Kiefernweg und Viererblock. Dort ist die Fahrbahn bisher nicht befestigt. Weiterhin müssten am Farsleber Spielplatz einige Spielgeräte ausgetauscht werden und eventuell neue hinzukommen. Auf der Wunschliste steht auch die Sanierung der Trauerhalle. Die Verbesserung der Internetversorgung sollte ein Schwerpunkt bleiben. Und ich hoffe, dass die ehrenamtlicher Tätigkeit vieler Farsleber Bürger weiter so engagiert zum Wohle unseres Dorfes und seiner Bewohner fort gesetzt werden kann.