Wolmirstedt l Das Küchenhorn ist ein uralter Auwald am Rande von Wolmirstedt. Einst hat sich die Ohre darin ausgebreitet, wenn sie vom Hochwasser geplagt war. Heute schützt ein Deich diesen Wald, der trotzdem noch urig wirkt. Den Sportlern ist das Küchenhorn vor allem durch das Stadion "Glück auf" bekannt. Alteingesessene erinnern sich gern an die Zeiten, als die Gaststätte noch Ausflugsziel und in Betrieb war, die längst nur noch eine Ruine ist. Woher aber stammt dieser seltsame Name des Auwalds?

Küchenhorn könnte bedeuten, dass dort das Horn von Einhörnern lagert, aus dem in früheren Zeiten Küchengeräte, wie Löffel oder Quirle hergestellt wurden. Der Name Küchenhorn kann aber auch heißen, dass dort jeden Mittag Jäger in ein Horn geblasen und damit das Zeichen gegeben haben, dass das Essen fertig sei, die Küche sozusagen ihre Aufgabe erfüllt habe.

Beides ist falsch. Der Name Küchenhorn hat kein bisschen mit einer Küche zu tun. Der Wolmirstedter Heimatforscher Otto Zeitke erklärte die Herkunft des Namens einst so: Als die Flüsse noch nicht begradigt waren, zerflossen sie in viele Arme. So mäanderte auch die Ohre in dieser Gegend herum, Wasserarme spreizten sich von ihr ab und ebenso verhielt sich die Elbe, als die noch durch das heutige Ohrebett floss. Die Flächen zwischen den abgespreizten Flussarmen nannte man Hörner, da sie deren Form ähnelten. Auf diesen Hörnern wuchs wegen der vielen Feuchtigkeit besonders saftiges Gras, so dass die Bauern darauf besonders gern ihre Kühe grasen ließen. Am allerliebsten aber trieben sie die kleinen Kühe, die Kälber darauf, die Kühchen, damit sie von der frischen Nahrung groß und stark werden konnten. Und weil eben diese Kühchen auf den Hörnern zu finden waren, bekam das Gebiet den Namen Küchenhorn. Wo allerdings das fehlende H im Namen abgeblieben ist, lässt sich nicht genau sagen.

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