Die Zeiten, in denen freilaufende Katzen unbeachtet in der Stadt leben, sind gezählt. Stadtverwaltung und Tierschutzverein wollen die Tiere erfassen und möglichst viele kastrieren lassen. So soll die Population zumindest stabil gehalten werden.

Wolmirstedt l Freilebende Katzen eignen sich kaum als Schmusetiger, gelten als wild und scheu. Dennoch sorgen die Streuner für Ärger. "Besonders in den Kleingartenanlagen beschweren sich Menschen über die Hinterlassenschaften der Tiere", sagt Dirk Illgas, Ordnungsfachdienstleiter im Rathaus. In den Anlagen finden die Katzen auf den Komposthaufen offenbar genug Nahrung.

Nun haben sich Verwaltung und Tierschutzverein zusammengetan, um der Population Herr zu werden. Ob es sich um eine Katzenplage handelt, vermag niemand zu sagen. "Wir wissen noch gar nicht, wie viele es gibt", sagt Dirk Illgas.

Der Weg zur Katzenzählung soll über Katzenfutterstellen führen. Zum Ende vergangenen Jahres wurde eine in Glindenberg und eine in Wolmirstedt eingerichtet. Dort sollen nicht nur die Katzen gezählt, sondern auch gefangen, kastriert und wieder ausgesetzt werden. Bei den sechs Katzen der Glindenberger Futterstelle ist das größtenteils gelungen. Der zehn Katzen, die sich an der Wolmirstedter Futterstelle einfinden, konnte noch niemand habhaft werden.

Ob zwei Futterstellen ausreichen, bezweifelt Andreas Tschiche, Vorsitzender des Tierschutzvereins. "Die Katzen, die dort gefüttert werden, verteidigen ihr Revier. Daher werden andere Katzen kaum hinzukommen." Womöglich wären weitere Futterstellen die Lösung.

Die Futterstellen werden von den Katzenfreunden auf deren Privatgrundstücken betreut und vom Tierschutzverein im Sinne des Tierschutzrechts unterstützt. Das heißt, die Kosten für die Kastration sowie anteilige Futterkosten werden vom Verein übernommen. Der Deutsche Tierschutzbund hat 3873 Euro beigesteuert, 2085 Euro sind durch Spenden zusammengekommen, sodass insgesamt fast 6000 Euro zur Verfügung stehen. "Wir sind außerdem mit den Betreuern der Futterstellen im regelmäßigen Kontakt", sagt Kerstin Kirk, die zum Vorstand des Tierschutzvereins gehört. Das Projekt soll ein Jahr lang getestet werden. Es hat in der Stadt schon immer private Futterstellen gegeben, die von Einzelpersonen betreut wurden, aber nicht vom Tierschutzverein begleitet und unterstützt.

Viele der Katzen, die in Wohngebieten umherspazierenden, haben allerdings Besitzer, werden gehegt und gepflegt, sind aber trotzdem nicht zu bewegen, ausschließlich auf dem heimischen Grundstück zu bleiben. Sie sollen so etwas, wie einen Personalausweis bekommen. "Wir stehen auf dem Standpunkt, dass Katzen genauso gechipt werden sollten, wie Hunde", sagt Dirk Illgas. Das werde dem Städte- und Gemeindebund demnächst als Antwort auf eine Anfrage mitgeteilt. Dieser Chip soll es den Mitarbeitern des Tierheims erleichtern, Fundkatzen an die Besitzer zurückzugeben. Auch Katzen, die im Straßenverkehr ums Leben gekommen sind, können damit identifiziert werden. Die Stadt würde gerne auf eine Gleichbehandlung von Katzen und Hunden setzen. Hunde müssen zwar immer an die Leine, aber während der Brutzeit der Vögel dürfen auch Katzen nicht frei herumlaufen.

Das Spendenkonto des Tierschutzvereins lautet: Kreissparkasse Börde, Iban: DE14 810550003302000455, BIC: NOLADE21HDL.