Der Gemeinderat der Hohen Börde muss sich am 24. Februar erneut zur Schulentwicklungsplanung positionieren. Das Landesschulamt hat versagt, die Grundschule Eichenbarleben noch ein Jahr als Außenstelle der Grundschule Irxleben offen zu halten.

Eichenbarleben/HoheBörde l Der Fahrplan war eigentlich klar. Im Juli 2014 hatten sich die Räte dafür ausgesprochen, dass die Grundschule Eichenbarleben zum Schuljahr 2015/16 mit der Grundschule Irxleben fusioniert und bis zur Schließung am 31. Juli 2016 als Außenstelle weiter offen gehalten werden soll.

Erneutes Handeln ist nun aber nötig, nachdem das Landesschulamt die Schulaußenstelle in Eichenbarleben versagt hat. Einen Tag vor Weihnachten erhielt die Gemeinde den Bescheid. Die Ablehnung des Antrags auf Errichtung einer Außenstelle wurde mit überwiegenden schulorganisatorisch-fachlichen Nachteilen begründet. Die Folge ist nun, dass schon ab Beginn des kommenden Schuljahres sowohl die Einschüler aus Eichenbarleben, Mammendorf und Ochtmersleben als auch die Dritt- und Viertklässler der Eichenbarleber Grundschule in Irxleben beschult werden müssen. Bereits 2014 wurde die Bildung einer ersten Klasse in Eichenbarleben versagt.

Seine mehrheitlichen Zustimmung vorausgesetzt, wird der Gemeinderat laut Beschlussvorlage die Verwaltung beauftragen, alle erforderlichen Maßnahmen einzuleiten, um einen ordnungsgemäßen Schulbetrieb und die Hortbetreuung der Kinder ab dem nächsten Schuljahr abzusichern. Zuvor werden auch der Haupt- (am 17. Februar) und der Kulturausschuss (18. Februar) das Thema beraten. Knackpunkt sind fehlende räumliche Kapazitäten in Irxleben. In der Beschlussvorlage heißt es dazu: "Alle Kinder können am Standort in Irxleben unterrichtet werden, Raumkapazitäten sind ausreichend vorhanden. Allerdings muss der Hort, der derzeit noch Räumlichkeiten in der Schule in Irxleben belegt, diese umgehend für die Schule freimachen. ... Im Schuljahr 2015/16 ist davon auszugehen, dass ca. 180 Kinder die Schule und somit ca. 170 Kinder den Hort besuchen werden."

In der Voraussicht, dass ab dem Schuljahr 2016/17 auch die Kinder aus Eichenbarleben, Mammendorf und Ochtmersleben in Irxleben beschult werden, war ohnehin angedacht, das Erdgeschoss des Verwaltungsgebäudes im Irxleber Siegweg 4 zum Hort umzubauen. Fördermittel aus dem STARK III-Programm sind beantragt. Doch die eingetretene Situation verlangt eine schnellere Reaktion. Die Verwaltung schlägt die Nutzung dieser Räumlichkeiten als Variante B vor. Die andere wäre, die Kinder aus dem Eichenbarleber Einzugsbereich übergangsweise weiter im Eichenbarleber Hort zu betreuen.

Bei der Entscheidung sollen auch die Eltern der betroffenen Kinder mitgenommen werden. Die Verwaltung erfragt derzeit schriftlich, welche Hortbetreuung jeweils favorisiert werden würde. Die Räte sollen, wie Bürgermeisterin Steffi Trittel sagt, diese Meinungen in ihre Entscheidungen einbeziehen.

Unterdessen rumorte es kurz vor den Ferien unter den Eltern an der Grundschule in Eichenbarleben. Ihnen war von der Verwaltung schriftlich mitgeteilt worden, dass es keine Schulaußenstelle in Eichenbarleben geben wird und mit Beginn des Schuljahres 2015/16 alle Klassen in Irxleben unterrichtet werden. Andreas Wetzig von der Initiative für den Erhalt der Eichenbarleber Grundschule bezeichnet diesen "lieblosen Brief ein halbes Jahr vor der Schulschließung" als "Faustschlag für die Eltern". Eine Zusammenarbeit der Verwaltung mit den Eltern hat er vorher vermisst.

Ebenso sieht er noch ganz andere Versäumnisse in den vergangenen Jahren, die für den Erhalt der kleinen Landschulen vielleicht notwendig gewesen wären. So führt er den Sanierungsstau an der Eichenbarleber Grundschule an. "Wir haben doch die Schülerzahlen für den Erhalt von sechs Schulen, warum nutzen wir das nicht?", versucht er, vor der neuen Situation nochmals ein Umdenken anzuregen.

Lücken bei der Kommunikation haben auch die beiden Ortsbürgermeister Günter Kohl (Ochtmersleben) und Detlef Binkowski (Eichenbarleben) sowie der Eichenbarleber Ortschaftsrat in Bezug auf die kürzlichen Entscheidungen zum Schulstandort Eichenbarleben ausgemacht. Steffi Trittel weist das zurück.