Barleben l "Mit Musik geht alles besser!" Der Tenor, der mit Blick auf den Chor der Volkssolidarität, in Barleben immer wieder zu vernehmen ist. Die Vorsitzende der Ortsgruppe der Volkssolidarität, Claudia Peukert kennt dieses viel zitierte Sprichwort: "Denn es ist seit nunmehr 30 Jahren die Philosophie des Chores der Volkssolidarität in Barleben." Und mit jedem Auftritt des Klangkörpers- ob nun beim "Geburtstag des Monats", der Frauentagsfeier... - wurde dieses Gefühl auch den Zuhörern vermittelt, berichtet die Ortsgruppenvorsitznde während der Festveranstaltung anlässlich des 30. Geburtstages des Chores.

Geprägt hat diesen vielsagenden Satz vor einer gefühlten Ewigkeit die langjährige Leiterin des Klangkörpers, Marianne Meyer, die in der Begegnungsstätte zu den Ehrengästen gehörte. Vor über zwei Jahren hat sie den Taktstock an Rosemarie Kittner (71) weiter gegeben, die seit 2013 nun die Geschicke des Seniorenchores lenkt und leitet. Die neue Chorleiterin konnte ihrer Vorgängerin dann berichten, dass die Sängerinnen, von denen die Älteste mit 87 Jahren Gertrud Helmecke ist, noch immer zusammenhalten. Das heißt, jeden Mittwoch ab 14.30 Uhr erheben sie an ihrer Spielstätte im Mehrgenerationenzentrum kraftvoll ihre Stimmen." Und selbst die neuen Töne hörte Marianne Meyer sofort heraus. Wie Rosemarie Kittner dann auch versicherte, wird das umfangreiche Repertoire Stück für Stück erweitert. Und so sind zu den Festlichkeiten nicht nur Volkslieder, sondern auch Schlager und altbekannte Evergreens zu hören.

Also wird auch über die "30" hinaus immer mittwochs weiter intensiv geprobt. Eine Ausnahme, der vergangene Mittwoch, da wurde erzählt, geplaudert, erinnert und vor allem in Erinnerungen geschwelgt. Marianne Meyer, die inzwischen bei ihrer Tochter in Eichenbarleben lebt, konnte eine Menge dazu beitragen. Sie war es nämlich, die gemeinsam mit Erna Dürrmann den Chor am 27. April 1985 ins Leben rief, der bis auf den heutigen Tag, bei einer Ausnahme, nur aus Frauen besteht. Erinnert wurde daran, dass zunächst Erna Dürrmann dem Chor vorstand. Als die langjährige und verdienstvolle Leiterin im Jahre 1997 dann erkrankte, übernahm Marianne Meyer den Chor.

Insgesamt 16 Jahre leitete sie den Frauenchor, bevor sie 2013 die Verantwortung, wie sie sagte, in jüngere Hände legte. Natürlich wollte die Neu-Eichenbarleberin, die aus gesundheitlichen Gründen dem Singen ade gesagt hat, auch wissen, wie die beiden letzten der insgesamt 30 Jahre waren.

Die Chorleiterin musste eingestehen, dass es einschneidende Veränderungen gab: Noch 2014 stellte die Volkssolidarität ein Fahrzeug zur Verfügung, kamen auch jene Frauen regelmäßig und pünktlich zur Probe, die es auf Grund ihres Alters zu Fuß nicht mehr in den Breiteweg schafften. Doch seit dem 1. Januar ist der Fahrdienst zumindest für die Chormitglieder auf Grund der prekären Haushaltslage in Barleben gestrichen. Abschließend aber meinte sie noch, dass das so starke Geschlecht noch immer ganz schwach vertreten ist: "Der Chor würde gewaltig an Stimmenvolumen gewinnen, wenn sich einige Männer durchringen würden, dem Gesangskörper beizutreten."