Eine besondere Form, Botschaften zu vermitteln, haben Schüler der Niederndodeleber Wartbergschule gefunden. Sie haben mit viel Kreativität Stühle verschönert.

Niederndodeleben l Einige besondere Stühle werden demnächst zum Mobiliar in einem Unterrichtsraum der Wartbergschule gehören. Sie sind mit Graffiti besprüht, bemalt und beschriftet. Doch es war kein Böser-Buben-Streich, sondern ein geplantes Projekt. Verantwortlich dafür sind einige Zehntklässler, die in den vergangenen Monaten den Wahlpflichtkurs "Kunst und Kultur" belegt haben.

Nele Sedlick hat zum Beispiel gemeinsam mit Gene Banu Scher eine sogenannten Schülerstuhl gestaltet. Der Stress, den sie gerade in der zehnten Klasse kurz vor den Prüfungen haben, hätte, so Nele Sedlick, den Anstoß gegeben. "Schlechte Noten redet man vor den Eltern oft schön", interpretiert sie den Spruch "Vier ist bestanden, bestanden ist gut und gut heißt Zwei", der auf dem Stuhl zu lesen ist.

"Wir wollten durch die Kunst Botschaften und damit Werte vermitteln sowie über künstlerische Gestaltungselemente zum Nachdenken anregen", erklärt Lehrerin Kerstin Schumann. Florian Ruß und Alexander Rodenbeck haben deshalb im Matheunterricht das Thema für ihre Tisch-Stuhl-Kombination gefunden. Viele komplizierte Formeln sind auf der Oberfläche des Tisches und des Stuhls zu lesen. "Viele Schüler haben Probleme in Mathe, deshalb wollen wir sie motivieren, sich den großen Hürden der Mathematik zu stellen", erklärt Florian Ruß.

"Respekt ist Pflicht für alle", steht als Botschaft auf dem sogenannten Respektstuhl geschrieben. Klara Hucke hat ihn kreiert und möchte damit unter anderem darstellen, dass Gewalt keine Lösung ist. "Liebe ist Liebe, sie unterscheidet nicht nach Geschlecht oder Hautfarbe", sind sich Celine Kuhnert und Michelle Teichert sicher, die genau das mit ihrem mit Herzchen verzierten "Liebesstuhl" aussagen möchten. Ebenso interessant anzusehen ist auch der "DDR-Stuhl", mit dem Christian Stolle und Justin Gottschalk an die jahrzehntelange Trennung zweier deutscher Staaten erinnern wollen.

Heimatgefühl haben Robert Wegener und Benito Hartmann bei der Gestaltung ihres Tisches bewiesen. Die Grundidee war ein Ortsschild, das dann mit dem Abbild der Bismarckwarte auf dem Wartberg sowie fantasievolle Schriftzüge verbunden wurde. "Mit diesem Tisch fing alles an und der Wartberg steht auch für unsere Schule", unterstreicht Robert Wegener.

Lehrerin Kerstin Schumann ist beeindruckt von den Ergebnissen. Mit viel Engagement hätten die Schüler trotz mancher Rückschläge die Techniken verfeinert, aber auch ihre Kompetenzen im Miteinander verbessert. "Ich konnte die Schüler als Lehrerin auch mal von einer anderen Seite, also handwerklich talentiert und kreativ, kennenlernen", so Kerstin Schumann.

Bevor die elf Schüler des Kurses an die praktische Arbeit gingen, haben sie Kunst in der Vergangenheit untersucht und viel recherchiert - unter anderem im Internet, aber auch in persönlichen Gesprächen.