Den Erklärungen von Oberpharmazierat Konrad Riedel lauschen die Wolmirstedter gerne. Im Kräutergarten des Apothekers können sie sich Tipps rund um das Thema Pflanzen holen. Der Start ins neue Gesundheits-Jahr war anders - mündete in eine Weltreise.

Wolmirstedt l Oberpharmazierat Konrad Riedel ist schon lange im Ruhestand und wohnt in Magdeburg. Den ehemaligen Leiter der Adler-Apotheke zieht es aber immer wieder nach Wolmirstedt. Hier kümmert er sich nach wie vor um den Kräutergarten in der Friedensstraße und lädt regelmäßig zu pharmazeutisch-medizinischen Vorträgen in sein Apothekenmuseum ein. Am ersten Gesundheits-Mittwoch in diesem Jahr lud er in die Mühle nach Elbeu ein, wo diesmal die globale Macht der Pflanzen im Mittelpunkt stand. Nicht zufällig, denn Ingrid und Konrad Riedel kamen gerade von einer Weltreise zurück. "Bilder zeig ich heute nicht, sonst sitzen wir morgen noch hier", entschuldigte er sich bei seinen Zuhörern. Die etwa 40 zumeist älteren Gäste lauschten trotzdem sehr interessiert seinem Bericht. Auf einer großen Karte konnte sie den Reiseverlauf verfolgen. "In 138 Tagen um die Welt mit der MS Amadea" - das sei bislang das größte Abenteuer seines Lebens gewesen, so der 72-Jährige. Zunächst schilderte er den Reiseverlauf mit nüchternen Zahlen. Am 20. Dezember 2014 war man an Bord des Kreuzfahrschiffes gegangen. Bis die Riedels am 8. Mai wieder festen Boden unter die Füße bekamen, wurden 74 Häfen angefahren, 41 Länder und fünf Kontinente besucht. "Wir haben fast alle Vegetationszonen gequert. Die Temperaturen lagen zwischen minus 2 Grad und plus 40 Grad. Da brauchte man schon eine gute Kondition", so Riedel.

Die Reise war in sechs Etappen aufgeteilt. Die erste Etappe führte von Nizza nach Dubai, interessanter aber waren die fünf anderen. Die führten nach Südostasien und von Vietnam nach Neuseeland. Die vierte Etappe endete in der Südsee und sei besonders exotisch gewesen. Von Lima im Andenstaat Peru führte die Reise weiter durch den Panamakanal in die Karibik, nach Mexiko, Florida und entlang der Ostküste Amerikas bis zum Zielhafen in Hamburg. 70 Ausflüge hat das unternehmungslustige Ehepaar mitgemacht und mit geübten Blick die Flora und Fauna in Augenschein genommen. Einen ausführlichem Bericht über die exotische Pflanzenwelt aber musste Konrad Riedel seiner "Kräuterfamilie" schuldig bleiben. Dafür reichte die Zeit nicht. Deshalb schlug er den Besuchern vor, den Vortragsplan für dieses Jahr zu ändern. "Kneipp - seine Heilmethoden in Vergangenheit und Gegenwart" am 17. Juni bleibt. Am 15. Juli wird es aber statt des Themas "Die andere Medizin" eine Einführung in die Welt der exotischen Nutz- und Nahrungspflanzen geben. Nach der Sommerpause geht es dann am 16. September mit "Die Haut - unser größtes Organ" weiter. Der Vortrag am 21. Oktober über Gentechnologie wird durch einen Vortrag über Früchte und Gemüse in aller Welt ersetzt. Die letzten beiden Vorträge bleiben wie geplant. Das wäre am 18. November "Radioaktivität und Strahlung - ihre Nutzung in Diagnostik und Therapie von Erkrankungen" und am 16. Dezember "Räucherungen - Ritus, Aberglaube oder Heilung?"

Die nächsten Treffen finden wieder wie üblich eine halbe Stunde vor dem Vortrag im Garten hinter der Apotheke statt, wo der Herr über mehr als 200 Kräuter die Pflanzen des Monats vorstellt. Bevor der Vortragsmittwoch in Elbeu wie üblich mit einem Riedelschen Kräuterlikör begossen wurde, gab es noch eine Menge Informationen und Fragen zur Weltreise. Welches die schönsten Städte auf der Tour waren? Auf Riedels Hitliste haben Platz gefunden: Dubai, Singapur, Bangkok, Auckland (Neuseeland), Panama-Stadt, Miami und natürlich New York. Aufgefallen sei ihm der Rückgang des Fischreichtums auf den Meeren, die Vielfalt der Palmen, die es auf der Welt gibt und die Tatsache, dass Geflügel und Eier fast überall auf dem Speisezettel zu finden sind. Unvergesslich bleibt für die Riedels auch die Insel Pitcairn im Pazifik, wo Nachfahren der Bounty-Meuterer leben oder auch die Osterinseln, auf denen nach den Worten von Riedel außer den Steinfiguren nicht viel zu sehen ist. Ein besonderes Erlebnis sei auch New Orleans gewesen, wo gerade ein Jazzfestival stattfand und French Quarter voller musikbegeisterter Menschen aus aller Welt war. Ganz zum Schluss der Reise sei es dann auch noch zu einer Eiswarnung gekommen, so dass der Kapitän zwei Tage lang keinen Hafen anfahren konnte.