Acht junge Menschen in der Ausbildung zum Tierwirt, Fachrichtung Rinderhaltung, absolvierten gestern auf dem Gelände der Ohreland KG in Samswegen ihre praktische Zwischenprüfung.

Samswegen l Martin Barner absolviert seine Lehre als Tierwirt bei Vater Wolfgang und Mutter Roswitha in Wasserleben im Nordharz. Die Eltern unterhalten dort einen Milchproduktionsbetrieb. Martin möchte in ihre Fußstapfen treten. Die Hälfte der Lehrzeit ist herum. Es steht die Zwischenprüfung an. "Sie ist eine Bestandsaufnahme und zeigt, welche Stärken aber auch Defizite der Lehrling hat", so Gabriele Liermann vom Amt für Landwirtschaft in Dessau-Rosslau, bei der die Federführung für den gestrigen Prüfungstermin auf dem Gelände der Milchviehanlage unweit des Samsweger Sportplatzes lag.

Der Tierwirt ist ein anerkannter Ausbildungsberuf. Die praktische Zwischenprüfung besteht aus zwei Teilen. Kerstin Klugmann und Doris Rodenbeck nahmen bei Martin den Teil Fütterung ab. Dabei hatte der Lehrling Pflanzen wie Luzerne oder Gerste mit ihren langen Grannen zu bestimmen. Und es ging um das Auswiegen von Futtermittelkomponenten. Die Futterration einer Kuh ist abhängig von ihrem Gewicht und ihrer Milchleistung. Martin wusste, dass eine Kuh die am Tag 30 Kilo Milch gibt, 45 Kilo Futter benötigt. Verfüttert wird ein Mix unter anderem aus Maissilage, Sojaschrot, Heu und Mineralstoff.

Szenenwechsel wir von der Futtermittellagerhalle in den gegenüberliegenden Kuhstall: Hier legt Marko Schreyer, Jahrgang 1994, gerade den Prüfungspart Gesundheitskontrolle ab. Tierwirte haben auch dafür zu sorgen, dass die ihnen anvertrauten Rinder nicht erkranken. Marko hat gegenüber Renate Buhle und Gabriele Franke vom Prüfungsausschuss die Klimafaktoren der Stallanlage zu beurteilen. Es geht um hinreichend Licht, eine für die Kühe angenehme Temperatur und Luftfeuchtigkeit. Außerdem ist die Schadgaskonzentration einzuschätzen. Es darf nicht sein, dass ein Trecker sein schädliches Kohlendioxid in die Tierhaltungsanlage pustet.

Marko Schreyer vertritt übrigens nächste Woche die sachsen-anhaltinischen Landesfarben beim Bundesleistungsmelken des Berufsnachwuchses im Landwirtschaftszentrum Haus Düsse im nordrhein-westfälischen Soest. Der Azubi im zweiten Lehrjahr von der APRO Derenburg-Heimburg sammelte beim Landeswettbewerb die meisten Zähler für seine Leistungen. Er versteht es, Kühe zügig und schonend von ihrer Milch zu erleichtern. Nicht zuletzt um den Zelltest durchzuführen. Das ist eine vergleichsweise einfache Methode, kranken Tieren auf die Spur zu kommen.

Die Ohreland KG wurde als Standort für die praktische Zwischenprüfung der Tierwirte ausgesucht, weil der Betrieb selbst seit Jahren ausbildet. Augenblicklich haben fünf Lehrlinge einen Ausbildungsvertrag. Darunter befindet sich ein Tierwirt in der Fachrichtung Rinderhaltung. Betriebsleiter Christoph Cossmann will ab 1. August zwei weitere Ausbildungsstellen zur Verfügung stellen. Bewerber benötigen einen Haupt- oder Realschulabschluss und "dürfen sich vor Schichtarbeit oder dreckiger Arbeit nicht scheuen", so Cossmann.