Im Februar beginnen alle acht Arbeitsgruppen, die zur Vorbereitung der 950-Jahr-Feier gebildet wurden, mit ihrer Arbeit. Den Startschuss gab die AG Festumzug. In der Beratung wurden Ideen entwickelt, wie die Geschichte in bunten Bildern Beine bekommen könnte.

Barleben. "Wir haben keine Zeit zu verlieren, brauchen weitere Unterstützung der Bürger, um den Festumzug zu einem wirklichen Höhepunkt der Festlichkeiten im Mai und Juni 2012 zu machen", sagte Bürgermeister Franz-Ulrich Keindorff. Der bedankte sich zur Anlaufberatung der Arbeitsgruppe Festumzug am Dienstag im Wintergarten der Villa Brandt bei den bislang neun Mitgliedern, die bis zum Jubiläum viel ehrenamtliche Arbeit leisten müssen. Auf seinen Vorschlag hin wurde Jörg Meseberg, stellvertretender Bürgermeister, als AG-Leiter gewählt.

Wie Keindorff sagte, habe sich das im Vorjahr gegründete Festkomitee geeinigt, dass der Festumzug und eine Lasershow am 17. Juni den feierlichen Abschluss bilden soll. Auch zur Strecke gibt es erste Vorstellungen. Ab Lindenallee soll der Zug über den Breite Weg bis zum Festplatz in der Nähe des neuen Ärztehauses führen. "Ich kann mir gut vorstellen, dass unsere 75 Vereine ein großes Potenzial für eine Mitwirkung im Festumzug sind."

In 50er Schritte

Keindorff hatte damit für AG-Mitglied Heike Hildebrandt eine gute Vorlage geliefert. Die Vorsitzende des Heimatvereins stellt sich vor, dass die Geschichte Barlebens in etwa 20 Bildern erzählt wird. Zu Beginn soll die Kaiserurkunde von Heinrich IV., mit der die Geschichte des Ortes am 13. März 1062 ihren Ursprung nahm, eine Rolle spielen. Zu den weiteren Persönlichkeiten, an die erinnert werden soll, zählen Albrecht der Bär, der 1112 die Hildagsburg zerstörte. 50 Jahre später wurde mit Offo von Bardeleben der erste adlige Barleber erwähnt. 1212 war die Zerstörung von Frohse durch König Otto IV., 1262 wurde Albertus Plebanus von Bardelewe als erster Pfarrer erwähnt. "Ich schlage vor, dass wir Barlebens Geschichte in 50-Jahres-Schritten darstellen und die einzelnen Bilder zur selbständigen Gestaltung an die Vereine vergeben." Frau Hildebrandt stellt sich zudem vor, dass Hungersnot und Krieg (1412), der Bau des Hansenhofes 1462, die Belagerung Magdeburgs von Tilly 1612, die Hexenprozesse 1661 oder die Belagerung durch Franzosen 1812, aber auch die Bauern, die Entwicklung des Handwerks oder 1912 die Inflation und der Bau des E-Werkes eine Rolle spielen.

Erich Wehner, ebenfalls vom Heimatverein, erinnert daran, dass der Wolmirstedter Amtsmann Wlöme auch in Barleben sein "Unwesen" trieb und in Barleben die Kirchenglocke vor Ort gegossen wurde. Vergessen werden sollte auch nicht die Sage vom "Barleber Warner". Außerdem meint er, dass man über ein Maskottchen nachdenken sollte. Klaus Fischer, der in der Arbeitsgruppe den Gemeinderat vertritt, schlägt vor, dass Fanfaren und Herolde den Festumzug ankündigen. Er sieht den Schwerpunkt des Festumzuges in der Historie.. Weiter wurde vorgeschlagen, dass sich Vereine, darunter auch das OK-Live-Ensemble, Schulen und Kita präsentieren.

Jörg Meseberg zeigte sich von den ersten Vorschlägen sehr angetan. "Da haben wir doch schon eine gute Vorlage. Wichtig ist, dass wir jetzt sehr schnell die historischen Gruppen festlegen. Erst dann können wir uns Gedanken machen, welche Kostüme wir brauchen, wieviele Pferde, Wagen, Musikkapellen und vor allem, wieviele Mitwirkende." Aus diesem Grund soll am 9. Februar im kleinen Kreis eine weitere Beratung stattfinden. Ansonsten will sich die Arbeitsgruppe jeden ersten Dienstag im Monat treffen.

Zu Beginn der Beratung hatte sich die Arbeitsgruppe Anregungen durch die DVD "Festumzug Wolmirstedt" holen wollen. Leider wurde dies durch einen technischen Defekt schwierig. Wolmirstedt hatte 2009 mit 40 Bildern, mehreren hundert Mitwirkenden, 30 Reitern, zehn Wagen, vier Kutschen, diversen Oldtimern und drei Kapellen eine tolle Show auf die Straße gebracht.

Nicht zu toppen

"Wir wollen und können das nicht toppen. Außerdem ist unsere Strecke für einen solch langen Zug zu kurz. Aber einiges können wir schon übernehmen", sagte Keindorff. Auf jeden Fall sei der Festumzug eine große Aufgabe, für die weitere Hilfe von engagierten Bürgern dringend benötigt würde. Das betrifft einmal die ehrenamtliche Mitarbeit in der AG, aber auch Hinweise und Vorschläge zur Gestaltung des Umzuges. Anders als Wolmirstedt, die auf Überlieferungen vom Festumzug zur 950-Jahr-Feier zurückgreifen konnten, müssen sich die Barleben alles selbst erarbeiten. Der Grund ist, dass es lange Zeit Unklarheit gab, wann genau die Geschichte des Ortes begann. Meldungen zur Mitarbeit in der AG Festumzug unter 039201-5652350 oder per E-mail an isabel.ferchland@barleben.de