Wolmirstedt (cl). Die Stadt muss sparen. Und das laut Konsolidierungskonzept voraussichtlich bis 2017. Deswegen hatten die Stadträte im Vorjahr überlegt, die Aufgabe der Niederschlagswasserentsorgung an den Wolmirstedter Wasser- und Abwasserzweckverband (WWAZ) zu übertragen. Das brächte der kommunalen Haushaltskasse einen größeren Betrag, den der Verband für das Anlagevermögen, sprich die Leitungen, an die Stadt zahlen müsste.

Während der Diskussion hatte man sich geeinigt, die Problematik der Leistungs-übertragung als Hausaufgabe mit ins neue Jahr zu nehmen und ohne Zeitdruck ausführlich zu beraten. Mit Beginn des Monats Januar startete für die Bürger der Stadt und aller Ortsteile außer Glindenberg dann erstmal der neue Kalkulationszeitrum. Statt 83 sind seitdem nur noch 75 Cent pro Quadratmeter zu bezahlen.

WWAZ-Geschäftsführer Frank Wichmann wurde im Januar sowohl zum Kultur- und Rechts- als auch zum Finanzausschuss eingeladen, um dort Argumente für eine Übertragung der Aufgabe an sein Unternehmen vorzubringen. "Durch verschiedene Synergieeffekte kann ich schon jetzt sagen, dass es bei uns billiger wird", kündigte Wichmann an und sprach von gut 74 Cent Entsorgungspreis. In dieser Kalkulation sei auch die Ortslage Glindenberg mit eingerechnet.

Einen Zusammenschluss mit der Elbgemeinde hatte man auch bei der Stadt vorgeschlagen. Unabhängig davon, wer künftig die Entsorgung übernimmt, würde dies eine Erleichterung des Verwaltungsaufwandes bedeuten. Ansonsten erklärte Marko Kohlrausch aber in den Sitzungen, dass man von Seiten der Stadtverwaltung keine Notwendigkeit der Aufgabenübertragung sehe. Nicht nur deshalb, "weil wir von der Stadt es bisher zufriedenstellend bearbeitet haben". Sondern auch, weil man für die Entwässerung eine Förderung bekommen und diese dann teilweise an den WWAZ weiterzugeben hätte.

Die Räte konnten und wollten sich nach Vorstellung der unterschiedlichen Positionen noch keine abschließende Meinung bilden. Ihnen ging es vor allem um die Frage der Nachhaltigkeit. Man wolle nicht nur mit dem Geld für das Anlagevermögen schnell ein Haushaltsloch stopfen und diesen Schritt dann später bereuen. Deshalb sollten sowohl Stadtverwaltung als auch WWAZ eine Kostenperspektive für die nächsten fünf Jahre ausarbeiten. Diese soll auf einer gemeinsamen Informationsveranstaltung am 21. Februar vorgestellt und diskutiert werden.