Glindenberg. Immer wieder montags werden die Kinder der "Kleinen Elbstrolche" zu Waldfüchsen. Dann packen sie ihren Rucksack, stecken Lupen, Ferngläser und Kekse hinein und machen sich auf den Weg, marschieren über den Deich in den Wald hinein. Und was machen sie dort? "Leise sein", sagen Kara, Zoe und die anderen Kinder und zeigen erst einmal ihre Zahnlücken. Das ist aber nicht das Wichtigste beim Waldfüchse-Projekt, denn vor allem wollen sie nachschauen, ob der Wald wirklich wie ein Haus aufgebaut ist. "Unten ist die Bodenschicht", wissen die Kinder, "da leben Kleinstlebewesen". Sie wissen auch alles über die anderen Schichten bis hin zum Kronendach.

Die Erzieherinnen Sylvia Brandt und Yvonne Neuland wissen, dass sie den Waldfüchse-Tag niemals ausfallen lassen dürfen. Egal, wie tief die Temperaturen sind, ob es regnet oder schneit, "die Kinder bestehen auf dieses Projekt", sagt Sylvia Brandt. Das Waldfüchse-Projekt läuft in Zusammenarbeit mit dem Forstamt Colbitz-Letzlinger Heide und der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald. Die Kinder erleben im Laufe des Jahres Tierbeobachtungen, bauen Nistkästen, hören die Geräusche des Waldes, pflanzen den Baum des Jahres.

Die ganz große Entdeckung machten sie aber per Zufall. "Wir haben Unterstände gefunden, die Jugendliche unseres Dorfes gebaut haben", verrät Sylvia Brandt. Diesen Platz suchen die Kinder am liebsten auf, achten aber penibel darauf, nichts an den Bauwerken aus Naturmaterial zu verändern.

Am Montag schoben sie das heruntergefallene Laub ein bisschen beiseite und entdeckten tatsächlich erste Pflänzchen unter der braunen Blätterschicht. Mit ihren Lupen suchten sie nach Kleinstlebewesen und fanden tatsächlich einen Käfer, der schon mal kurz in den Frühling geluchst hatte. Nach kurzer, neugieriger Betrachtung ließen sie ihn aber weiter schlafen.