Hausaufgaben hatte es auf der vergangenen Stadtratssitzung für den Bauausschuss gegeben. Dieses beratende Gremium sollte eine Diskussion zum Energiekonzept der Stadt einleiten. Und man tat mehr als das, will bis zur Sommerpause weitere Einsparpotentiale bei den Stromkosten prüfen.

Wolmirstedt. Zuerst erhielt Dirk Baensch vom Bauamt das Wort, um über bisherige Maßnahmen zur Optimierung der Energiekosten zu berichten. Der Sachgebietsleiter Hochbau erklärte, dass man schon seit Jahren mit den kommunalen Gebäuden und deren energetischer Bilanz beschäftigt sei. "Außerdem gibt es eine Einsparverordnung von 2009, die vorschreibt, für die Gebäude Energieausweise anzufertigen." Nicht nur deswegen habe man den gesamten Verbrauch zentral erfasst.

Mit Erfolg wurden in den vergangenen Jahren auch Umbau- beziehungsweise Umrüstungsmaßnahmen vorgenommen, um Strom- und Gasfresser zu entschärfen. "Allein die Absorberanlage im Schwimmbad hat uns 50 Prozent der Gaskosten erspart", nannte Baensch erste Zahlen. Auch die geförderten Maßnahmen – Umrüstung der Beleuchtung in den Sporthallen sowie die Sanierung der Kita-Storchennest – würden über kurz oder lang Erfolge in den Bilanzen zeigen.

Gleiches schrieb Baensch auch dem neuen Rathaus zu, was die Mitglieder des Bauausschusses mit teils spöttischen Geräuschen quittierten. "Die Gegenüberstellung der Kosten liegt uns nämlich immer noch nicht vor", erklärte Rudolf Giersch (FUWG) die Reaktion. "Tu Gutes und rede darüber – wenn man wirklich Kosten einspart, dann sollte man uns das auch zeigen", forderte Ausschussvorsitzender Dirk Hummelt (CDU) die Verwaltung zum Handeln auf.

Lange diskutiert wurde über die Straßenbeleuchtung in der Stadt. Innenstadthändler Giersch erklärte, die Lampen auf dem Boulevard würden "eher den Himmel ausleuchten als die Straße". Albrecht Greiser (SPD) erzählte seinen Ausschusskollegen von einer abendlichen Tour durch Wolmirstedt, die er kürzlich unternommen habe.

"Die Abschaltung ist auch eine Frage der Sicherheit"

"Vom Lindenpark aus brennt stadteinwärts sogar noch um 22 Uhr jede Leuchte, obwohl da kaum jemand unterwegs ist", nannte er ein Beispiel, das er für Verschwendung hält. "Und nach Glindenberg raus sind die Lampen zwischen den Bäumen und beleuchten die Äste, aber nicht die Straße und den Fußweg. Warum kann man nicht jede zweite Lampe spätabends ausschalten? Ich sehe da noch großes Einsparpotential", so Greiser.

Peter Franz (Bürger für Glindenberg) wollte diese Aussage so nicht stehenlassen. "Jede zweite Lampe zeitweise abzuschalten, braucht noch einmal große Investitionen. Und das Ausschalten ist auch eine Frage der Sicherheit, die Kriminalität wird ja nicht weniger." Er schlug vor, über die Variante einer Vorschaltregelung nachzudenken, die das Licht einiger Lampen nicht gänzlich ausschaltet, sondern reduziert. Franz empfahl außerdem, sich, wenn möglich, für die Stadt auf einen einheitlichen Lampentyp zu einigen. "Das spart auch Geld, zum Beispiel bei Reparatur oder Ersatz."

Weil sie sich bei der exakten technischen Umsetzung nicht auskennen, übertrugen die Mitglieder des Bauausschusses die Aufgabe der Lösungssuche zurück an die Stadt. Außerdem forderten sie, für ausgesuchte kommunale Gebäude die Verbrauchsentwicklung der vergangenen drei Jahre vorzulegen. Auch und besonders für das neue Rathaus wolle man diese Zahlen sehen, fasste Vorsitzender Dirk Hummelt die Wünsche seiner Ausschussmitglieder zusammen.

Die Verwaltung soll außerdem ein Angebot für die Umrüstung auf LED-Leuchten einholen. Sobald eine Lampe kaputt ginge, könne man so eine schrittweise Umrüstung einleiten. Der Bauausschuss legte außerdem fest, dass man von Seiten des Amtes die zeitliche und mengenmäßige Abschaltung von Lampen an einem Straßenzug, zum Beispiel der Geschwister-Scholl-Straße, einmal durchrechnen sollte.

Dieter Pfennig (SPD) brachte zum Abschluss der Diskussion noch einen ganz anderen Vorschlag ein. "Wir sollten die Gedanken zur Kostenminimierung auch auf den Versorger ausdehnen und prüfen, ob die Stadtwerke wirklich der günstigste Anbieter für uns sind."