Zwischen der Gemeinde Barleben und dem Kleintierzuchtverein von 1922 ist in dieser Woche ein Kooperationsvertrag geschlossen worden. Hintergrund ist ein Streichelgehege am Jersleber See, das mit Saisonstart am 15. April seine Türen öffnen wird. Es soll das Erholungszentrum Jersleber See noch mehr aufwerten.

Meitzendorf. Das Haustier- gehege soll die Attraktivität von Strandbad und Zeltplatz erhöhen. Es ist zwischen Strand und Hauptparkplatz auf der Westseite des Erholungszentrums geschaffen worden. Die geeigneten Tiere stellt der Kleintierzuchtverein Barleben aus seinem Haustier-Projekt an der Angerstraße zur Verfügung. Eine zwischen Kommune (die Gemeinde Barleben ist Hausherr am See) und Verein am Mittwoch geschlossener Kooperationsvertrag regelt das. Die Vereinbarung hat vorerst eine Laufzeit von zwei Jahren. Der Verein stellt die Tiere leihweise zur Verfügung. Die Gemeinde verpflichtet sich, die Vierbeiner (Schafe und Ziegen) regelmäßig nach den Vorgaben zu füttern und eine artgerechte Haltung zu gewährleisten. Die Öffnungszeiten des Streichelgeheges sollen so beschränkt werden, dass eine Überlastung der Tiere durch Besucher vermieden wird. Die Gemeinde trägt die Kosten des Transports, des Futters und der tierärztlichen Betreuung. Sie zahlt dem Verein eine Aufwandspauschale. Die Tiere sollen jeweils in der Zeit vom 15. April (Saisonstart) bis zum 15. Oktober (Saison-ende) am See verbleiben.

Stallung und Einfriedung für das Streichelgehege waren im Sommer vergangenen Jahres von Jugendlichen aus verschiedenen Nationen im Rahmen des zehnten internationalen Workcamps auf Barleber Boden errichtet worden. Die Campteilnehmer hatten unter anderem Hölzer aus schwedischer Douglasie zu einem carportähnlichen Unterstand zusammengefügt.

Das Haustierprojekt des Barleber Kleintierzuchtvereins läuft seit 2004. Damals hatte die Interessengruppe ein brachliegendes Gelände, teils Streuobstwiese, aus Privatbesitz übernommen. Anliegen ist es, ein Areal zu schaffen, auf dem alte dörfliche Traditionen erleb- und begreifbar werden. Dabei bildet die Haltung überlieferter Haustierrassen den Schwerpunkt. Jede Tierart erhält ihr eigenes Refugium. Das bedingt, dass Weiden, Volieren, Gehege und Behausungen geschaffen werden müssen. Dabei wurde im Rahmen internationaler Workcamps auch auf den Einsatz junger Menschen aus unterschiedlichen Nationen zurückgegriffen. Mit ihrer Hilfe wurde das Projekt Schritt um Schritt vorangebracht.

Das nächste Workcamp am Jersleber See in Trägerschaft der Internationalen Jugendgemeinschaftsdienste e. V. ist für den Zeitraum vom 30. Juli bis 20. August laufenden Jahres ausgeschrieben. Es richtet sich an junge Menschen im Alter von 16 bis 26 Jahren. Sie setzen ihre Arbeitskraft gemeinnützig ein, bekommen für ihre Tätigkeit keinen Arbeitslohn, erhalten dafür jedoch freie Unterkunft und Verpflegung. Sie schlafen in einer festen Unterkunft am Rande des Campingplatzes. Sie helfen bei Pflege-arbeiten (zum Beispiel Befüllen der Beachvolleyballanlage), beim Anlegen eines Tischtennisplatzes, bei der Versorgung und Pflege der Tiere im Streichelgehege und bei der Umsetzung von kleineren Bau- und Renovierungsprojekten.