Wenn in Barleben ein neuer Erdenbürger den ersten Schrei von sich gibt, klingelt bei den Eltern die Kasse. Zumindest die Erstausstattung ist mit den 500 Euro Begrüßungsgeld gesichert, die die Gemeinde jedem Baby schenkt. Im Ratssaal, unter dem Faksimile der Kaiserurkunde, war das gestern wieder der Fall. Drei Mädchen und zwei Jungen wurden begrüßt.

Barleben. Horst Blume als Bürgermeister der Ortschaft Barleben zahlte gestern Vormittag wieder einmal Begrüßungsgeld aus und stieß mit den Eltern der fünf neugeborenen Kinder auf eine glückliche Zukunft der jüngsten Barleber an. Alle Elternpaare haben ihren Nachwuchs für einen Kita-Platz anmelden können. Die zeitweilige Engpass-Situation der letzten Jahre gehört mit der Einrichtung in der Alten Kirchstraße der Vergangenheit an. Alle Eltern, die es wünschen, können mit einem Krippenplatz versorgt werden. Allerdings tut sich mit der Grundwasser-Situation im Ortsteil Ebendorf eine neue Kalamität auf. Das Gesundheitsamt sperrte einen Teil der dortigen Kita-Räume wegen Pilzbefalls. Der komplette Garderobenbereich für die Kinder musste in Container im Freigelände ausgelagert werden. Horst Blume geht davon aus, dass die Kommune de facto nur mit einem Kita-Neubau aus der Bredouille kommt.

Der Ortsbürgermeister erinnerte an die Tatsache, dass in der Nachwendezeit die Modernisierung der gemeindlichen Kindereinrichtungen Vorrang vor dem Straßenbau hatte. In der Regel kämen nicht ältere Menschen vor die Tore der Landeshauptstadt, um sich dort ein Häuschen zu bauen, sondern jüngere mit Kindern. Und die würden ihre Ansiedlungsentscheidung von der Infrastruktur abhängig machen. Barleben halte heute zwei staatliche und zwei private Schulen vor. Blume: "Wer es möchte, braucht den Ort von der Kita bis zum Ablegen des Abiturs nicht zu verlassen."

In absehbarer Zeit, so Blume, wird das neue Gymnasium der Ecole-Stiftung bezugsfertig. Summasummarum werden in Barleben täglich zirka 1350 Kinder betreut. Ihre Zahl soll noch wachsen. Daraus ergab sich die Notwendigkeit, einen Erweiterungsbau für den Schulsport zu errichten. Mit dem Neubau einer zusätzlichen Dreifeldsporthalle wird noch in diesem Jahr begonnen. Anja Kallmeyer aus der Elternrunde bat, an Horst Blume gerichtet, das innerörtliche Konzept für den Schülerverkehr noch einmal zu überdenken. "Als Kind konnte ich auf der Meitzendorfer Straße mit dem Ball spielen. Das ist heute wegen der hohen Pkw-Frequenz nicht mehr möglich."