Farsleben. Spätestens am Pfingstmontag, dem 13. Juni, wird es in dem kleinen verträumten Ort Farsleben einmal mehr "wohlklingend" laut. Dann nämlich outet sich der Ort als das Mekka der Volksmusik und des Schlagers.

Was da heute so professionell herüberkommt, fing in den 70er Jahren recht amateurhaft an. Besser gesagt, es wurde auf dem Sportplatz Fußball gespielt. Und die Freizeitkicker ließen das Turnier stets mit einer zünftigen Feier ausklingen. Diese "Ballzeit" dauerte bis zur Wende. Doch auch nach 1989 hielt man in Farsleben an dieser liebgewonnen Tradition fest. Aber recht schnell wurden die Feste anspruchsvoller als das müde Gekicke auf dem grünen Rasen. Denn zwischenzeitlich kam ein Kinderprogramm hinzu, Freitag und Sonnabend war Disko bei der Dorfjugend angesagt. Das war auch jene Zeit, als Mike Steffens von seinem Opa, der bis dato die Geschicke leitete, das Ruder übernahm.

Gewissermaßen als "Abschiedsgeschenk" wünschte sich der Opa, und mit ihm die älteren Dorfbewohner, dass vielleicht auch mal leisere Töne angeschlagen werden können. Soll heißen, Volksmusik musste ins Dorf. Da bekanntlich immer zu Pfingsten gefeiert wird, und nach Möglichkeit an allen Tagen, war der Montag noch frei. Mike Steffens wurde der Bitte gerecht, holte die Volksmusik nach Farsleben. Und es wurde nicht lange gekleckert, sondern bald die ganz großen Stimmen engagiert. So waren Maxi, Hansi und Henry Arland die ersten, aber nicht die letzten bekannten Volksmusikanten, die in Farsleben ihre Stimme erhoben haben. Und zwar mächtig gewaltig. Die logische Konsequenz, die Gäste kamen (schon lange nicht mehr) nur aus Farsleben.

Der Ort wurde unter den Schlager- und Volksmusikfreunden zur Geheimadresse, gaben inzwischen Stars wie Hansi Hinterseer und die Geschwister Hofmann hier ihre Visitenkarte ab. Vor zwei Jahren aber rockte es noch einmal in Farsleben, kamen die Pudhys und mit ihnen Michael Hirte zur 20., der Jubiläumsparty. Aus dem DJ Mike war da schon längst der Geschäftsführer der Event GmbH geworden. Und der Farsleber sorgt jetzt am 13. Juni erneut für einen Ausnahmezustand auf dem Sportplatz. Und dabei bringt er einmal mehr Hochkaräter ins Ländliche: Maxi Arland, das MDR-Deutsche Fernsehballett, die Geschwister Hofmann, die Grandprix-Sieger 2010 Belsy Florian Fesl, die Calimeros aus der Schweiz, die Geschwister Niederbacher aus Südtirol, die Senkrechtstarterin des Jahres, Ella Endlich, und der Mann mit der Mundharmonika, Michael Hirte, geben sich ein Stelldichein. Wer aber dabei sein will, der sollte nicht allzu lange warten. "Die Nachfrage ist jetzt schon enorm", weiß Mike Steffens, "und wir möchten natürlich nicht, dass die Einheimischen am Ende keine Karten bekommen, nur Zaungäste sind. Denn mit den Farslebern hat alles begonnen."

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