Glindenberg ( gbi ). Christine Bauer und Manuela Moritz haben es sich längst abgewöhnt, aus Liebe zu weinen. " Müssen wir auch gar nicht, wir sind in guten Händen ", sagt Manuela Moritz.

Trotzdem verschrieben sich die beiden Frauen einem Programm, das dem Wohl und Wehe der Liebe gewidmet ist. Mit all dem Trotz reifer Frauen, deren erstes graues Haar wie ein welkes Sommerblatt zu Boden fiel und Dunkelheit ankündigt. Die Glindenbergerin Christine Bauer und Manuela Moritz spielen mit der Vergänglichkeit der Liebe und des Lebens, und ihre Requisiten sind schwarze Abendkleider, Fächer und Federboas, zuweilen gespreizte Finger beim Kaffeetrinken. Sie wissen : " Eine Frau wird erst schön durch die Liebe " und fragen doch " Ich weiß nicht, zu wem ich gehöre ", um dann mit schönem Mezzosopran zu bestimmen, " ich gehör nur mir ganz allein. "

Die Lieder borgten sich die beiden Frauen unter anderem von Zarah Leander oder Marlene Dietrich, die Gedichte stammen vor allem aus der Feder von Mascha Kaléko, aber auch von Erich Kästner. Sie passen zum Gespann Bauer und Moritz, ihnen nimmt das schon-abgeklärt und doch neugierig-Sein ab. " Wir kennen uns schon aus Studentinnentagen ", erzählt Christine Bauer. " Bei einem Musikschulkonzert unserer Kinder haben wir uns wieder getroffen ", ergänzt Manuela Moritz.

Beide nahmen inzwischen beim selben Gesangslehrer Unterricht, beider Kinder sind aus dem Gröbsten raus, beide waren auf der Suche nach Partnern für ein eigenes Programm.

Und weil die Kinder nicht nur aus dem Gröbsten raus, sondern selbst musikbegabt sind und musikbegabte Freunde haben, sitzen sie mit im Boot. Manuel Moritz und Thomas Engels begleiteten die beiden Frauen gekonnt auf dem Piano.

Die haben einen Heidenspaß daran, mit dem Publikum zu flirten, zu verführen. " Wir wollten es nochmal probieren, bevor der Lack ganz ab ist ", sagt Christine Bauer. Und Alfons Hesse, einer der Zuschauer im Glindenberger Hof, bestätigt : " Das Programm hat nicht nur meinen Ohren, sondern auch meinen Augen eine Menge geboten. "