Auf seiner letzten Mitgliederversammlung hat der Förderverein 1000 Jahre Wolmirstedt seine Auflösung zum 31. März beschlossen und über die Verwendung des Vermögens entschieden. Insgesamt lagen dem Vorstand elf Anträge vor, dazu kamen zwei mündliche während der Zusammenkunft. Da die beantragte Summe weit über den verfügbaren Mitteln in Höhe von rund 14 000 Euro lag, musste sondiert werden.

Wolmirstedt. Einigkeit gab es unter den Vereinsmitgliedern, das Geld satzungsgemäß für die Förderung der Kultur und des Heimatgedankens zu verwenden. Durch dieses Raster fiel der Vorschlag der Evangelischen Fachschule, 1000 Euro für die Einrichtung eines Schülercafés in der Parkstraße einzuplanen. Aus Kostengründen abgelehnt wurde der Antrag des Museums zur Unterstützung einer Veranstaltung im Juni anlässlich 530 Jahren Schlosskapelle. Der Vorschlag, das Bild der Magdeburger Malerin Elena Egli, das auf sehr ansprechende Weise das Stadtjubiläum thematisiert, käuflich zu erwerben, wurde von der Antragstellerin zurückgezogen.

Zusätzlich aufgenommen wurde dagegen der Vorschlag von Werner Schierhorn. Er bedauerte, dass es immer noch keinen Hinweis auf die doch sehr interessante historische Figur des Falschen Waldemars gibt. Wie Vereinsvorsitzende Marlies Cassuhn antwortete, habe man verschiedene Möglichkeiten finanziell geprüft : " Alles zu teuer ! " Das wollte der ehemalige Museumsleiter so nicht akzeptieren und schlug eine ähnlich bescheidene Tafel wie die an den historischen Gebäuden der Domäne vor. Da dies mit etwa 500 Euro zu realisieren wäre, wurde die Vorschlagsliste entsprechend korrigiert und dann zur Abstimmung gebracht.

Von dem Geld profitiert besonders die Schlossdomäne. So wird auf Antrag des Soziokulturellen Zentrums die Freilichtbühne für 400 Euro einen neuen Hintergrund bekommen, mit 500 Euro soll der Tag der Region gefördert werden, der erstmals am 4. September vorgesehen ist. 2600 Euro fließen in neue Tontechnik, die unter anderem für den ab 23. Mai beginnenden Terrassenbetrieb am Schlosskeller dringend notwendig ist.

Wie Marlies Cassuhn betonte, soll die Technik zwar im Bürgerhaus deponiert, aber auch von der Bibliothek oder Vereinen für Veranstaltungen auf der Domäne genutzt werden können. Zugutekommen könnte dies der Händlergemeinschaft Innenstadt, die zum Stadtfest eine neue Auflage der Schauhochzeit plant. Das mittelalterliche Spektakel um den Einzug des Kurfürstenpaares war zum Jubiläum zwar aufwändig vorbereitet und organisiert, aber wegen technischer Pannen eine " unsichtbare Flüstershow" geworden, wie Organisatorin Kerstin Andrée sagte.

Eine exakte Wiederholung wäre nicht möglich. " Wir müssen uns diesmal selbst um die Kostüme kümmern. Außerdem muss das Stück neu geschrieben werden", nannte sie nur zwei Änderungen. Dafür waren 2800 Euro beantragt. Genehmigt hat der Förderverein immerhin 1000 Euro.

Dreimal so hoch ist die Summe für den Schlossgarten. " Hier ist dringend eine Sanierung der teilweise kaputtgefahrenen Wege notwendig", machte sich Marlies Cassuhn für den Antrag der Stadt stark. Damit es in der Stadt weiter ( fast ) so schön grünt und blüht wie im Vorjahr, bekommt der Eigenbetrieb der Stadt zur Bepflanzung der acht großen Kübel einen Zuschuss von 2000 Euro. Freuen können sich auch die Verantwortlichen der Ohre-Classic. Ihr Vorschlag, ein Start-Ziel-Portal für die Oldtimerrallye anzuschaffen, wurde in der vollen Summe von 2200 Euro bestätigt. Bernd Rothämel stimmte als Antragsteller auch gerne einer Einschränkung zu. Danach ist das Portal Stadtbesitz und kann so auch durch andere Vereine genutzt werden.

Eine der ersten Schlussfolgerungen nach der 1000-Jahr-Feier war, das Ensemble der Schlossdomäne besser zu vermarkten. Ein Schritt dahin ist das vom Museum geplante Faltblatt, für das der Förderverein dann auch 1200 Euro genehmigte. Außerdem gibt es 200 Euro für den Stempel Jakobsweg, den sich Wanderer dann im Museum abholen können.

" Da haben wir doch wirklich vielfältige Möglichkeiten gefunden, unser Restgeld öffentlichwirksam und gut anzulegen", sprach Vorstandsmitglied Heinz Maspfuhl aus, was sicher viele Mitglieder des Fördervereins dachten.