Seit Mittwoch ist im Museum auf der Schlossdomäne eine neue Sonderausstellung zu sehen, die vieles vorangegangene überstrahlt. Denn sie befasst sich buchstäblich mit den großen und kleinen Leuchten der Weltgeschichte. Der Lichteinfall, sprich die Idee und das Gros der Ausstellungsstücke, kommt dabei aus Ummendorf.

Wolmirstedt. Ein scheinbar göttlicher Titel, aber mit sehr weltlichem Inhalt. So lässt sich die neue Sonderausstellung im Museum auf der Schlossdomäne umschreiben, die am Mittwoch um 17 Uhr eröffnet wurde. Und im Glanz dieser Ausstellung sonnten sich an diesem Tage viele.

" Es werde Licht !", so lautet das Thema und widmet sich einem sehr kurzweiligen Streifzug durch die Geschichte von Licht und Feuer. Im Museum wird gewissermaßen ein Lichtstrahlbogen gespannt, der von der Fackel über die Petroleumlaterne bis zur LED-Leuchte reicht.

" Funktionstüchtige Repliken historischer Lampen vermitteln dabei auch ein realistisches Lichtempfinden vergangener Tage ", hob Museumsleiterin Anette Pilz bei der festlichen Eröffnung im Beisein solcher Lichtgestalten wie Landrat Thomas Webel und Wolmirstedts Bürgermeister Dr. Hans-Jürgen Zander hervor. " Und ich bin mir sicher, diese Veranstaltung, die bis zum 30. Mai in unserem Museum zu sehen ist, dürfte im wahrsten Sinne des Wortes für jeden Besucher erleuchtend sein. "

Die Idee zur aktuellen Sonderschau, dieihrenUrsprung in Ummendorf nahm, kann man getrost als Lichteinfall bezeichnen. Zusammengetragen hat diese Ausstellung Dr. Thomas Ruppel mit seinen Mitarbeitern des Börde-Museums Burg Ummendorf. Die Objekte selbst stammen aus dem Ummendorfer Eigenbestand sowie aus Leihgaben der Museen in Halberstadt, Helmstedt und Wolmirstedt.

" Auffällig ist die Tatsache, dass es ganz lange gar keinen Fortschritt in Sachen Licht gab ", hob Museumsleiter Dr. Thomas Ruppel in seinem Vortrag hervor. " Erst vor gut 200 Jahren setzte eine Weiterentwicklung ein, die noch bis heute anhält. " So ist auch der Großteil der Ausstellungsstücke, die in lichtdurchlässigen Vitrinen untergebracht ist, den eher fortschrittlicheren Lichtquellen gewidmet. " Ich denke, wir haben hier einige bemerkenswerte Beispiele für die unterschiedlichsten Leuchtmittel, denen sich der Mensch in den vergangenen zwei Jahrhunderten bedient hat, um Licht ins Dunkel zu bringen, zusammengetragen ", führte der Fachmann aus.

So geschehen ist es erstaunlich, wie lange sich Menschen mit, aus heutiger Sicht, schlechten Lichtern begnügten. Einfache Ölfunzeln, Talglichter und Fackeln blieben nicht nur in der Antike, sondern auch im Mittelalter hindurch bis in die Neuzeit Stand der Beleuchtungstechnik. Beim Rundgang durch die Ausstellung hob der Museumsleiter aus Ummerdorf hervor : " Die Fähigkeit, über künstliches Licht zu verfügen, gilt als eine grundlegende Errungenschaft menschlichen Lebens. " Er sagte aber auch, weshalb. " Das Sehen, eine optische Wahrnehmung, ist in völliger Finsternis unmöglich. Die Finsternis zu entdunkeln, um sich durch Blickkontakt zu orientieren und schadlos bewegen zu können, dafür bedürfen wir des Lichts. Diese Ausstellung zeigt viele bemerkenswerte Beispiele und bezieht auch die Anfänge der Fahrzeug- und Straßenbeleuchtung mit ein. "