Die AWG hat sich in diesem Jahr der Belebung der Innenstadt verschrieben. Von einer Bauherrengemeinschaft aus Niedersachsen kauft die Wohnungsgenossenschaft vier Immobilien. Es handelt sich um das Wohn- und Geschäftshaus am Zentralen Platz, den alten HO-Pavillion in der Farsleber Straße, den privaten Parkplatz in der Damaschkestraße und die ehemalige Post auf dem Boulevard. In zwei Fällen ist Neubebauung vorgesehen.

Wolmirstedt. Gleich auf vier neuen Hochzeiten will die Allgemeine Wohnungsgenossenschaft ( AWG ) in diesem Jahr im Zentrum der Stadt tanzen. Größtes Projekt ist das große Wohn- und Geschäftshaus am Zentralen Platz. Der Anfang der 90 er Jahre von einer Bauherrengemeinschaft aus Niedersachsen errichtete Gebäudekomplex in L-Form, markant rot verklinkert und dreistöckig, hatte nach dem Tod von zwei der Inhaber mit Schwierigkeiten zu kämpfen. Einige wichtige Mieter waren ausgezogen, die Gaststätte im Erdgeschoss nicht im Gang zu halten. " Wir sind bereits in Verhandlung mit neuen Interessenten. Ich bin optimistisch, dass wir das Haus wieder voll bekommen ", sagt AWG-Geschäftsführer Siegfried Bärhold. Ganz sicher wird dann auch der lange Zeit vernachlässigte freie Platz zwischen Sparkasse und Geschäftshaus wieder belebt.

Wesentlich älter ist das Gebäude, das die AWG Immobilien GmbH in der Farsleber Straße übernimmt. Es handelt sich um den 1956 von der damaligen Handelsorganisation ( HO ) errichteten Pavillon. In diesem langgezogenen halbrunden Gebäude haben sich Generationen von Wolmirstedtern eingekleidet. Hier gab es Damen- und Herrenkleidung und viele Jahre das limitierte Angebot zur Jugendweihe. Zuletzt hatte Autohändler Kurt Hegner versucht, dem einstöckigen Bau Leben einzuhauchen. Neben dem Verkauf der Fahrzeuge hatte der bekannte Kulturmäzen auch immer mal zu kulturellen Abendveranstaltungen oder Informationsabenden eingeladen. Letztlich waren es die ausufernden Betriebskosten, die das Ende einläuteten. Wärmedämmung und ein neues Dach hätten zu viel Geld verschlungen. " Aus diesem Grund planen wir auch den Abriss des Pavillons. An der Stelle ist Neubebauung geplant. Altersgerechte Wohnungen im Zentrum der Stadt sind eine gute Investition ", informiert Siegfried Bärhold.

Ebenfalls um neuen Wohnraum geht es bei der dritten Immobilie, die die AWG von der genannten Bauherrengemeinschaft bzw. Immobiliengesellschaft aus Braunschweig käuflich erworben hat. Es ist der private Parkplatz in der Damaschkestraße, gleich neben den stadteigenen Stellplätzen. Hier will die AWG mit Reihenhausbebauung eine Lücke in der innerstädtischen Bebauung schließen.

Das vierte Objekt ist die ehemalige Post in der August-Bebel-Straße, ebenfalls eine Immobilie der Bauherrengemeinschaft, die seit längerer Zeit leer steht. Für diesen Gewerberaum in bester Lage sucht die AWG einen Mieter. Und man sei bereits in vielversprechenden Verhandlungen, um " mit dafür zu sorgen, dass der Boulevard belebt wird ". Mehr will Bärhold dazu aber noch nicht verraten.