• In der Verbandsregion des Bauernverbandes Börde beschäftigen sich 54 Betriebe mit der Milchproduktion.

• Der Milchkuhbestand liegt bei 14 100 Tieren, die durchschnittliche Milchleistung je Kuh bei 8890 Kilogramm.

• Die Milchquote beträgt

125 Millionen Kilogramm Milch. Damit ist der Landkreis Börde viertgrößter Milchproduzent in Sachsen-Anhalt.

• Die Milcherzeuger der Verbandsregion liefern ihre Milch zur Weiterverarbeitung an sieben Molkereien nicht nur in Sachsen-Anhalt, sondern auch benachbarte Bundesländer.

Colbitz. Es hat schon Tradition, dass sich die Milchbauern des Kreises in regelmäßigen Abständen in Colbitz treffen. Auf den so genannten Milchkonferenzen gehören die politischen Rahmenbedingungen bei der Milchproduktion immer wieder zu den gravierenden Themen. Schon mehrmals hatten danach die " Colbitzer Erklärungen " Gehör bei Politikern und Experten gefunden.

Gestern trafen sich im Kulturraum der Colbitzer Heide Agrar GmbH erneut Vertreter von 40 der 54 im Kreisbauernverband organisierten Milcherzeuger. " Milchvermarktung nach dem Quotenende " so das bestimmende Thema der gestrigen Milchkonferenz. " Unsere heutige Zusammenkunft soll wieder Denkanstöße geben. Wir wollen nicht unvorbereitet in die Zeit nach der Quote gehen ", begrüßte Hans-Jachim Kraus, Vorsitzender des Bauernverbandes Börde und Geschäftsführer des gastgebenden Betriebes, die Gäste.

In den Ländern der Europäischen Union legt bislang eine Quote fest, wieviel Milch die Bauern erzeugen dürfen. Damit soll einer Überproduktion und einem Preisverfall begegnet werden. Doch im März 2015 wird die Quotenregelung auslaufen.

" Zwar gibt es Meinungen, dass es eine Quote nach der Quote geben soll, doch das ist nicht zielführend ", meinte Helge Prott, Geschäftsführer des Milchhofes Magdeburg. Die Milcherzeuger sollten sich vielmehr darauf einstellen, dass es ab 2015 keine Quotenregelung mehr geben wird. " Diese Zukunft birgt Risiken, sie bietet aber auch Chancen. Diese Chancen zu nutzen, ist die Aufgabe ", machte Prott den Landwirten Mut.

" Wir müssen uns künftig marktorientierter verhalten ", sieht Manfred Wesche, Geschäftsführer der Agrar-Genossenschaft Etingen, Herausforderungen auf die Milcherzeuger zukommen.

" Wir werden unseren Milchlieferanten anbieten, Genossenschaftsanteile zu erwerben ", nannte Helge Prott eine mögliche Alternative. Der Milchhof Magdeburg gehört zu Nordmilch, einer überregionalen Genossenschaft. " Sie sollten darüber nachdenken, Genossenschaftsanteile zu erwerben und Miteigentümer einer starken Genossenschaft zu werden. Das bietet Sicherheit bei der Abnahme der erzeugten Milch ", so Helge Prott.

Er machte deutlich, dass es nach 2015 auch keine Molkerei-internen Quoten geben werde. " Wir wollen die Erzeuger nicht durch Quoten gängeln. Landwirte und Molkereien müssen aber gemeinsam planen. " Schon im vergangenen Jahr hätte man mit einer kleinen Anzahl milcherzeugender Betriebe gemeinsame Pläne aufgestellt. " Diese Anzahl soll 2010 steigen und das Planen ab 2013 verbindlich für alle unsere Lieferanten werden ", informierte Prott.

" Jeder sollte jetzt über das Gesagte nachdenken ", beendete Hans-Joachim Kraus die sich nach dem Vortrag von Helge Prott anschließende rege Diskussion mit teils sehr unterschiedlichen Auffassungen, " im dritten Quartal werden wir erneut zusammenkommen und dann unsere Vorstellungen formulieren, die auch als Denkanstöße für andere Kreisbauernverbände dienen können. "

Bei einem weiteren Tagesordnungspunkt der Milchkonferenz sprachen Experten der Tierseuchenkasse und des Kreisveterinäramtes über aktuelle Fragen zur Blauzungenkrankheit.