Nach aufregenden Jahren, in denen man unter den Nachwehen der Insolvenz des Bildungswerkes Sachsen-Anhalt ( BSA ) litt, schwimmt das Kulturschiff " Bürgerhaus " wieder in ruhigen Gewässern. Und mit voller Kraft voraus, wie Geschäftsführerin Christine Maluck beim Bilanz-und-Ausblicks-Gespräch erklärt.

Wolmirstedt. Für Christine Maluck ist klar, was das Bürgerhaus in Wolmirstedts Mitte so einzigartig macht : " Wo sonst gibt es in der Stadt noch einen Platz, wo so viel Kreativität und Vielseitigkeit unter einem Dach gebündelt ist ? Hier kann man selbst feiern oder Veranstaltungen besuchen, singen, malen, töpfern und vieles mehr. "

Kein Wunder, dass die Geschäftsführerin des Soziokulturellen Zentrums Schranke eine positive Bilanz für das vergangene Jahr aufweisen kann. So war das Haus an 317 Tagen – und damit 28 Tage mehr als vorher geöffnet. Unter anderem für Trauungen. Denn auch Brautpaare wissen das Ambiente des Bürgerhauses zu schätzen. Trotz " Konkurrenz " durch die Schlosskapelle und das neue Trauzimmer im Rathaus wählten 32 Paare das Trauzimmer im Bürgerhaus zum Ort ihrer Eheschließung – immerhin 14 Paare mehr als im Vorjahr. " Des Weiteren weist die Bilanz des vergangenen Jahres vier Ausstellungen, 25 Veranstaltungen – also Disko, Live-Musik oder Kabarett – und 53 Empfänge, Familienfeiern oder Feste auf. Dazu kommen noch 121 Vorträge, Lesungen oder Beratungen, 309 Treffen der verschiedenen Kreativbereiche für Erwachsene, und 228 Mal war das Bürgerhaus Treffpunkt für Gruppen, Zirkel und Kurse ", zählt die Geschäftsführerin ein paar Fakten auf.

Unterstützt wird sie bei ihrer Tätigkeit von Danny Wirthgen als zweiter, hauptamtlicher Kraft. Sebastian Filipp leistet gerade sein Freiwilliges Soziales Jahr im Bürgerhaus, Pauschalkräfte und acht Ein-Euro-Jobber helfen mit, dass der Betrieb im Haus am Laufen bleibt.

Das Bürgerhaus gehört der Stadt, betrieben wird es durch den Schranke-Verein. 2008 fassten die Stadträte einen Grundsatzbeschluss. In den Jahren 2009, 2010 und 2011 erhält der Verein jährlich 20 000 Euro Unterstützung von der Stadt. " Das ermöglicht uns bei Weitem ein besseres Arbeiten ", freut sich die Geschäftsführerin darüber, dass die Kulturarbeit in der Stadt Anerkennung findet.

Kein Wunder, dass alle mit Begeisterung dabei sind, den Jahresplan mit zahlreichen Höhepunkten zu versehen. Neben den " Klassikern " wie Kabarettabenden mit den Hengstmännern und Bernd Kurt Goetz, der Disko oder den Ausstellungen, hat Christine Maluck noch einige Trümpfe im Ärmel. Am 23. Mai startet beispielsweise der Terrassenbetrieb im kleinen Park an der Freilichtbühne. Bei Kaffee, Kuchen und einem kleinen Unterhaltungsprogramm haben die Wolmirstedter dann ein Ziel für ihren Sonntagsspaziergang. Als besonderer Gast wird eine Woche später Heinz Florian Oertel begrüßt, der sein neues Buch vorstellen will.

" Im September wollen wir dann den Tag der Regionen feiern, eventuell mit einem großen Hausgruppenfest ", wirft Christine Maluck einen Blick voraus in ein weiteres, spannendes Veranstaltungsjahr für das kulturelle Zentrum der Stadt.