Die Diesterweg-Grundschüler fanden den Schulstart nach den Winterferien gestern besonders aufregend. Sind sie doch zur Harnisch-Schule und dort teilweise in einen Container-Systembau umgezogen. Während der Unterricht reibungslos klappte, gab es besonders bei der Anfahrt der Schüler in den Morgenstunden noch Probleme.

Wolmirstedt. Einen vorläufigen Abschiedsrundgang hat Diesterweg-Schulleiterin Petra Heimlich am Freitag noch gemacht. Denn während gestern Schüler und Lehrer am neuen Standort in und neben der Harnisch-Schule den Unterrichtsbetrieb aufnahmen, rückten im Altbau in der Triftstraße schon die Baufirmen an.

Allen Beteiligten war klar, dass es nach dem Umzug Startschwierigkeiten geben würde. " Aber die Situation bei der Anfahrt der Schüler am Morgen war schon sehr chaotisch ", räumt die Schulleiterin ein und bittet gleichzeitig die Anwohner aus dem Wohngebiet Straße der Deutschen Einheit um Verständnis.

Fahrgemeinschaften

sorgen für Entlastung

Das Problem sei, dass viele Eltern ihre Kinder am ersten Tag nach den Ferien mit dem Privat-Pkw zur Schule bringen wollten. Als dann noch die Busse vorfuhren, war besonders in der Zeit zwischen 7 und 7. 30 Uhr das Chaos perfekt. Nicht nur Petra Heimlich hofft, dass sich dieses Morgenszenario in den nächsten Tagen entspannt. " Wir können den Eltern nur raten, Fahrgemeinschaften zu bilden. " Auch bei der Schulbusbeförderung gab es Anlaufschwierigkeiten. So mussten einige Kinder der vierten Klasse, die aus Barleben kommen, schon am Kurfürst-Gymnasium aus dem Bus steigen, anstatt wie vereinbart an der Geschwister-Scholl-Straße, wo Mitarbeiter der Schule die Kinder wie geplant in Empfang nahmen.

Dorita Schuster vermutet, dass die Kinder vielleicht in den falschen Bus gestiegen sind. " Aus Barleben kommen zwei Schulbusse. Einer endet am Gymnasium, der andere fährt zum Bahnhof und damit auch über die Geschwister-Scholl-Straße ", erklärte sie auf Volksstimme Nachfrage. Die Geschäftsführerin der OhreBus Verkehrsgesellschaft versprach aber, mit ihren Fahrern zu reden, damit diese darauf achten, dass die Grundschüler an der richtigen Haltestelle ankommen.

Dass besonders das Beförderungsproblem gelöst werden muss, stand bei allen Verantwortlichen außer Frage. Da fielen kleinere Probleme – beispielweise das Telefon, das nicht funktioniert – viel weniger ins Gewicht. Die Kinder selbst finden ihre " Schule für ein Jahr " prima, lieben besonders den Abenteuerspielplatz. Auch das Schneewetter empfanden sie nicht als nervig, sondern genossen Schneeballschlachten auf dem Pausenhof.

Den Container-Systembau hatten die Lehrer schon in den Ferien geschmückt, bunte Poster und Plakate an die Wände und Fenster geklebt, um den Kindern und natürlich auch sich selbst ein angenehmes Umfeld zu schaffen. Zwar sind die Diesterweg-Grundschüler durch die Aufteilung zwischen Gebäude und Container-Systembau räumlich weiter entfernt – die besondere Umzugssituation hat dagegen alle enger zusammengeschweißt.

Petra Heimlich ist nicht nur ihrem fleißigen Kollegium, sondern auch dem städtischen Wirtschaftshof dankbar, dessen Mitarbeiter beim Umzug kräftig mitgeholfen haben. Die wuselige Stimmung des ersten Tages wird sicher noch ein bisschen anhalten, müssen schließlich auch noch die letzten Kisten, die gestern geliefert wurden, ausgepackt werden.

Rückzug in Triftstraße

für 2011 geplant

All die Erfahrungswerte, die beim Umzug gesammelt wurden, sind sicher hilfreich, wenn in einem knappen Jahr der Rückzug ansteht. Bis dahin wird das Gebäude in der Triftstraße um- und ausgebaut. Insgesamt 3, 3 Millionen Euro fließen in das Bauvorhaben. Dass dieses Geld gut angelegt ist, findet nicht nur Petra Heimlich. Die kennt den " Typ-Erfurt-Bau " seit 35 Jahren und weiß nicht erst seit ihrem Rundgang am Freitag, " dass dort dringend Sanierungsbedarf herrscht ". Die Vorfreude auf die neue, alte Grundschule, hilft sicher über manchen chaotischen Umzugsmoment hinweg.