Ebendorf. Ob nun " jazziger Frühschoppen " oder " Neujahrsempfang " – wie man die Veranstaltung gestern im Ebendorfer Bürgerhaus betiteln sollte, darüber waren sich die Redner uneins. Dass sie der Einladung von Manfred Behrens ( CDU ) zum traditionellen Termin – immer der letzte Sonntag im Januar – folgen würden, das stand dagegen für die zahlreichen geladenen Gäste fest.

Gilt es doch, jede Menge Jubiläen zu feiern : der Ebendorfer Carnevals-Club besteht mittlerweile seit 30 Jahren, ihr zehnjähriges Jubiläum feiern in diesem Jahr Kultur- und Geschichtsverein, Schützenverein und Hundesportverein. Und – nicht zu vergessen – die Ortschaft selbst feiert ihr 1045-jähriges Bestehen. Nur die Anzahl der Neujahrsempfänge ist unrund. Die Tradition, dass CDU Ortsverein und Ortsbürgermeister Manfred Behrens einladen, geht schon ins elfte Jahr.

Die weiteste Anreise hatte Erhard Fischer, Ortsbürgermeister von Stegelitz. Er war extra eine Stunde vor dem Termin angereist, um sich in Ebendorf umzuschauen. Kannte er den Ort doch bisher nur aus Erzählungen von seinem Parteifreund Manfred Behrens, als beide im Jerichower Land gemeinsam auf Wahlkampftour waren. Und es soll nicht der letzte gegenseitige Besuch gewesen sein, versicherte Fischer.

Die Qualitäten von Ebendorf hob auch Thomas Webel in seiner Ansprache hervor. So hätte man sich in Barleben und den Ortsteilen nach der Umstellung der kommunalen Selbstverwaltung nicht ins " Jammertal zurückgezogen, sondern die Ärmel hochgekrempelt und etwas geschaffen ". Webel dankte allen, die sich seit 1990 um die Entwicklung der Einheitsgemeinde verdient gemacht haben und erklärte, " dass man das dörfliche Leben nicht von oben verordnen kann. Das muss von den Bürgern selbst kommen. Und hier in Ebendorf merkt man, dass die Menschen willens sind, ihre Geschicke selbst in die Hand zu nehmen und das Miteinander zu gestalten ". Davon zeugten auch die zahlreichen Fotos der Ebendorfer Veranstaltungshöhepunkte, die in einem Rahmen das Rednerpult des Ortsbürgermeisters schmückten.

Die Europaschau der Farbtauben, das Frühlingssingen des Kultur- und Geschichtsvereines, die Einweihung des Radweges nach Olvenstedt oder der Adlersäule, Baumaßnahmen an der Kita, im Schnarsleber Weg und in der neuen Torstraße, der erste Martingsumzug im November … All das waren Höhepunkte des dörflichen Lebens 2009, an die Manfred Behrens in einer kurzen Jahresbilanz erinnern wollte. Er selbst lässt es sich nicht nehmen, so oft wie möglich persönlich dabei zu sein. Auch wenn er als Mitglied des Bundestages mittlerweile einen Großteil seiner Zeit in Berlin verbringt.

Gestern Vormittag genoss der Ortsbürgermeister aber die Zusammenkunft der zahlreichen Vertreter aus Politik, Wirtschaft, Kirche, Kultur, Sport und Vereinen. Zwanglos kam man an den Stehtischen und bei einem Imbiss miteinander ins Gespräch ., sodass sie Zeit im Nu verflog.