Der 1. Mai ist der Tag der Arbeit und wird seit jeher vom Zielitzer Kaliwerk besonders begangen. Zum wiederholten Mal lud die IG Bergbau Chemie und Energie ( IG BCE ) Kaliwerker und die Region in und um die Museumsscheune.

Wolmirstedt. " Wir gehen vor. Gute Arbeit. Gerechte Löhne. Starker Sozialstaat ", Das Motto des diesjährigen Tages der Arbeit verkündete Dirk Lehnert von der IG BCE in der Bruchsteinscheune. Ihm folgte Klaus Krüger ans Mikrofon. Der Betriebsratsvorsitzende des Werkes Zielitz ist gleichzeitig Gesamtbetriebsratsvorsitzender der K + S Gruppe und somit immer unmittelbar in Entwicklungsprozesse eingebunden. Er warnte vor allzu großer Sorglosigkeit. " Auch wenn es der Einzelne vielleicht nicht so direkt spürt, wir erleben derzeit noch immer die tiefgreifendste Krise seit 1990 ", sagte er. Dass die Arbeitsplätze trotzdem nicht massiv wackeln, sei der Kurzarbeiterregelung zu verdanken. In dieser Situation mochte Klaus Krüger partout nicht von eitel Sonnenschein reden. Die Steuerreform mit dem Griff auf die Feiertagszuschläge kann das Portemonnaie der Kaliwerker sehr schmälern. Krüger sprach von bis zu 300 Euro Netto weniger im Geldbeutel. " Das hat großen Einfluss auf die Kaufkraft der Region ", sagt der Betriebsratsvorsitzende. Außerdem steht derzeit die Frage, ob in Deutschland überhaupt noch Kali produziert werden kann. " Natürlich ist die andere Seite der Kaliproduktion immer die Entstehung von Halden ", sagt Krüger, " wenn hier Umweltverbände Unmögliches fordern, bleibt bald die Kaliproduktion auf der Strecke. " Damit wären alle 1700 Arbeitsplätze des Zielitzer Werkes in Gefahr. " Ich liebe die Natur ", sagte Krüger, " aber ich liebe auch die Kollegen und ihre Arbeitsplätze. " Er wünscht sich Augenmaß der Umweltverbände. " Dass Grenzwerte nicht überschritten werden, ist auch für uns selbstverständlich ", sagt er, " in unserem Werk liegen wir in den Belastungen weit unter den Grenzwerten. Aber dass wir die Umwelt gar nicht belasten, das geht in einem Industriebetrieb nicht. " Krüger wünscht sich eine kluge Entscheidung der Politik, betonte : " Wir sind kein sterbender, sondern ein lebendiger Bergbau. "

Indes ist eine Maifeier ohne das Bergmannslied " Glück auf " undenkbar. Für die instrumentale Begleitung und die gesamte Musik war die Blaskapelle Loitsche verantwortlich.

Viele Besucher blieben bei dem herrlichen Frühlingswetter gleich vor der Scheune, trafen sich mit Kollegen, Freunden, Bekannten. Manch einer trug die rote Nelke im Knopfloch. Kinder hüpften auf der Hüpfburg und apropos Kinder : " Die Scheune wurde von Zielitzer Schülern hergerichtet ", betont Bürgermeister Dr. Hans-Jürgen Zander, " sie verdienten sich damit das Geld, das sie an gemeinnützige Projekte spenden. "