Das Zusammenspiel von ergiebigem Regen und Schneeschmelze durch steigende Temperaturen führt nicht nur an den bekannten Problemstellen der Stadt zu Überflutungen. Der Ohrepegel lag gestern Nachmittag schon bei 2,35 Meter. Stadt, Feuerwehr und Hausverwalter beobachten die Lage und sind für Notfälle vorbereitet.

Wolmirstedt. Das Hochwasser-Warnschild steht bereits seit Wochen in der Straße Am Küchenhorn. Noch ist es eingeschneit. Doch schon an vielen Stellen in der Stadt hat das Tauwasser zu Überflutungen geführt.

Die Wiesen Richtung Elbeu sind nicht mehr zu erkennen. Steigendes Grund- und Schmelzwasser haben das Areal entlang der Geschwister-Scholl-Straße in eine Seenlandschaft verwandelt. Täglich neu stellen Hausbesitzer und Mieter außerdem Überflutungen in ihren Kellern fest.

Bei der Allgemeinen Wohnungsgenossenschaft (AWG) schaut man derzeit besorgt auf das Thermometer. "Noch haben wir glücklicherweise keine Hochwasser-Zwischenfälle zu vermelden", erklärt Bärbel Franke. Sieben Tage pro Woche und rund um die Uhr könnten AWG-Mieter bei Havarien die Nummer (039 201) 51 10 anrufen. Der Bereitschaftsdienst würde dann alle weiteren Schritte veranlassen, um zum Beispiel vollgelaufene Keller abzupumpen.

Auch bei der Stadt hat man ein wachsames Auge auf den Wetterbericht. "Wir entscheiden je nach aktueller Problemlage, zum Beispiel über Straßensperrungen", erklärt Ordnungsamtsleiterin Marlies Cassuhn. Ihre Mitarbeiter seien gestern Morgen schon rumgefahren, um sich die Situation vor Ort anzuschauen. "Noch ist es aber entspannt, die Wasserstände von Alter Elbe und Ohre sind niveaugleich, sodass auch kein Handlungsbedarf bestand, das Wehr zu öffnen, um das Areal Demokratenbreite vor Überflutungen zu schützen."

Im Notfall sei die Stadt auch am Wochenende in Bereitschaft und über die Telefonnummer 112 bei der Leitstelle zu erreichen. Gestern fragten schon die ersten Bürger nach Sandsäcken. "Doch das gilt als persönliche Vorsorge. Wir müssen unsere Bestände zum Schutz öffentlicher Gebäude vorhalten", so Marlies Cassuhn. Allerdings könne sie mit einer Telefonnummer weiterhelfen, wo Haus- oder Gartenbesitzer Sandsäcke ordern könnten.

Stadtwehrleiter Dirk Bischoff verzeichnet 2011 bisher noch keine Hochwassereinsätze. Ob die Kameraden mit ihren Pumpen ausrücken, entscheide laut Bischoff die Leitstelle im Rahmen der Gefahrenabwehr. "Denn grundsätzlich handelt es sich dabei erst einmal um kostenpflichtige Einsätze."

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