Wolmirstedt (kd). Sonnabend früh war die Lehrtafel zur Flusslandschaft unterhalb der Amtsbrücke noch trockenen Fußes zu erreichen. Am Sonntag hatte die Ohre den Westteil des Promenadeweges überflutet. Nach amtlichen Angaben lag der Pegel des Nebenflusses der Elbe gestern um 11 Uhr bei 279 Zentimetern. Freitag betrug der Wasserstand um 7 Uhr noch 224 Zentimeter. Auf der Amtsbrücke stellten sich immer wieder Schaulustige ein. Beispielsweise Monika und Jörg Geitner aus der Meseberger Straße, die Enkeltöchterchen Leonie (3) die Fluten um die ehemalige Fleischerei Esche zeigen wollten. Bei Elfriede Jänecke (84) kamen Erinnerungen an die Paddelboote hoch, die die meiste Zeit des Jahres ostwärts der Amtsbrücke festgemacht waren. "Heute machen Bäume etwaigen Paddlern das Durchkommen schwer. Überall Schlamm und Kraut. Das Flussbett wird nicht sauber gemacht. Kein Wunder, dass das Wasser nicht schneller abfließen kann", schimpfte Karl-Heinz Lutzi aus der Burgstraße. Wie die stellvertretende Bürgermeisterin Marlies Cassuhn gestern auf Nachfrage wissen ließ, will die Stadt zu diesem Problem noch im Januar erneut beim Landesbetrieb für Hochwasserschutz (LHW) vorsprechen. Sie plant eine Bürgerversammlung mit dem LHW. Die Stadt hatte am Sonnabend auf Hinweise der Anwohner der Straße Am Küchenhorn reagiert und die Schneeberäumung aufgrund des Tauwetters bei Werten um fünf Grad plus mit Radlader forciert. Wer diesen innerörtlichen Verkehrsweg passieren will, braucht auf jeden Fall Watstiefel.