Ein Bericht in der Volksstimme sorgte beim Schranke-Verein für Aktionismus. Denn dass die Stadt in diesem Jahr kein Geld für Werbemaßnahmen hat, will Vorsitzender Wolfgang Buschner nicht einfach hinnehmen. In einem Rundschreiben an Reiseveranstalter bietet er die Veranstaltungs- und Organisationskompetenz des Vereines an und will so einzelne Touristen und Reisegruppen in die Stadt locken.

Wolmirstedt. Wenn Wolfgang Buschner von der Ohrestadt spricht, dann fallen ihm nur positive Attribute dafür ein. So ist er felsenfest davon überzeugt, dass Wolmirstedt ein Rohdiamant ist, der mit dem passenden Schliff erst richtig zum Strahlen kommt.

Deshalb wollte es der Vorsitzende des Schranke-Vereins auch nicht einfach so akzeptieren, dass die Stadt aufgrund der aktuellen Haushaltslage in diesem Jahr keine Eigenwerbung vornimmt.

"Motto lautet: Wolmirstedt ist immer einen Besuch wert"

Der entsprechende Artikel in der Volksstimme von vergangener Woche sorgte bei Buschner für Aktionismus. Er entwarf ein Muster-Anschreiben, das er nun an verschiedene Reiseveranstalter verschicken will. "Wenn diese Büros uns in ihre Angebotspalette aufnehmen und Anfragen erhalten, dann kümmern wir uns um die Ausgestaltung des Programms."

Zwar ist er erst seit Juli vergangenen Jahres Vorsitzender des Schranke-Vereins, aber schon viel länger als Moderator und Agent für Kulturveranstaltungen aktiv. Deshalb weiß Buschner auch, dass es durchaus Anfragen von Touristen gibt, die Wolmirstedt besuchen wollen. Der Farsleber will nun die vorhandenen Kräfte weiter bündeln.

Für den Brief, den Schranke-Geschäftsführerin Christine Maluck nicht nur mit unterzeichnen wird, sondern auch inhaltlich mit trägt, hat Buschner eine klangvolle Überschrift gefunden. "Wolmirstedt – Ruhe im Grünen und das Tor zur Colbitz-Letzlinger Heide – immer einen Besuch wert", heißt es da.

"Da wir als gemeinnütziger Verein von der Stadt gefördert werden, wollen wir ihr dafür natürlich auch etwas zurückgeben", erklärt der "Schranke"-Vorsitzende den Hintergrund seines Engagements. Natürlich profitiert der Verein mit Sitz auf der historischen Schlossdomäne auch selbst davon, wenn mehr Touristen den Weg an die Ohre finden. "Wir haben im Bürgerhaus und auf der Domäne perfekte Möglichkeiten, die Gäste selbst kulinarisch und kulturell zu versorgen. Natürlich wollen wir aber auch mit Gastronomen und anderen Vereinen zusammenarbeiten", ergänzt Christine Maluck.

"Weil die Stadt uns fördert, wollen wir ihr auch etwas zurückgeben"

In dem Anschreiben, das bald an Reiseveranstalter verschickt wird, sind schon verschiedene Angebote für Reisegruppen oder Einzelgäste aufgezählt. Diese reichen von Führungen durch die Stadt, auf die Kalihalden, durch die Brauerei in Colbitz oder den nahen Lindenwald bis zur Organisation von Kanufahrten auf der Ohre oder einer Kutschfahrt durch das Umland von Wolmirstedt.

Erst kürzlich hätte er die Anfrage eines Geschäftsmannes erhalten, der sich von ihm Inspiration für einen Firmenausflug erbat, so Buschner. "Als ich Wolmirstedt als Ziel vorschlug, war er erst nicht so begeistert. Nachdem wir aber über all die Dinge gesprochen hatten, die man hier machen kann, klang das plötzlich ganz anders", erinnert sich der Vereinsvorsitzende. Eben diese Skepsis gegenüber der Stadt will er abbauen. Und hofft deshalb, dass viele Reiseveranstalter mit ins Boot steigen – und den Diamanten Wolmirstedt zum Strahlen bringen.