Ochtmersleben. Zu einem gemeinsamen Vormittag lud gestern Vormittag die Ochtmersleber Kinderfeuerwehr "Fire Cats" alle Kinder, Eltern und Großeltern – auch jene, die noch nicht zur "Truppe" gehören – in das kuschelig warme Feuerwehrhaus ein. "Wir wollen heute unser Konzept für die Kinderfeuerwehr vorstellen, erzählen, was wir bisher getan haben und was wir für dieses Jahr vorhaben. Und vielleicht möchte ja der eine oder andere neue Knirps bald bei uns mitmachen", beschrieb die Leiterin der Kinderfeuerwehr, Viola Moser, das Anliegen des ersten Beisammeneins dieser Art.

Seit ihrer Gründung am 1. August 2010 besuchen sieben Kinder bis zum zehnten Lebensjahr die Treffen der "Fire Cats" (auf deutsch: die Feuerkatzen) an jedem Sonntagvormittag von 10 bis 11 Uhr am Feuerwehrhaus. Gemeinsam mit Viola Moser kümmern sich Beatrix Hosang, Petra Schäfer und Wehrleiterin Kerstin Pitschmann um die jüngsten Brandschutzfreunde des Dorfes. Mit dabei sind immer die Jugendlichen Ronja Schäfer und Laura Pitschmann von der Jugendfeuerwehr.

"Bei unseren Sonntagstreffen bemühen wir uns, den Kindern auf altersgerechte, spielerische Weise Wissen rund um die Feuerwehr zu vermitteln", berichtete Viola Moser. Die Freude am Brandschutz, die Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen, die Förderung von Selbstbewusstsein und Teamgeist gehören Moser zufolge zu den Zielen der Arbeit in der Kinderfeuerwehr. Motiv ist es dabei natürlich auch, die Kinder für die spätere Mitarbeit in der Jugendwehr und der Einsatzabteilung der Freiwilligen Feuerwehr zu gewinnen. Den Weg dahin säumen neben den sonntäglichen Treffen kunterbunte Veranstaltungen wie Lese- und Kuscheltierstunden, Bastelnachmittage, Sport und andere Wettkämpfe. In den vergangenen Monaten haben die "Fire Cats" etwas über gesunde Ernährung erfahren und dabei einen Obstsalat zubereitet, ebenso stand ein Verkehrserziehungskurs auf dem Plan, auch Halloween-Kürbisse schmückte die putzmuntere Truppe. Außerdem erfuhren die Kinder, wie sie einen richtigen Notruf beim Ausbruch eines Feuers absenden müssen. Zusammen wurden Weihnachtskekse gebacken oder das richtige Verhalten im Winter bei Glatteis und an zugefrorenen Gewässern vermittelt. Auch ein Besuch der Ochtmersleber Kleitierschau und die Vorbereitung kleiner Übungen zum Tag der Regionen und zum Tag der offenen Feuerwehrtür standen auf dem Programm – und all das innerhalb eines knappen halben Jahres.

Ochtmerslebens Ortsbürgermeister Günter Kohl und sein Wellener Amtskollege Holger Stahlknecht erinnerten sich gern an diese ersten erfolgreichen Präsentationen der Kleinen. "Wir möchte heute allen Dank sagen, die diese hervorragende Nachwuchsarbeit leisten. Wir wissen, dass Ihr euch dafür extra in der Feuerwehrschule habt ausbilden lassen", unterstrich Kohl. Stahlknecht berichtete: "Ich als Betroffener (2009 brannte sein Wellener Wohnhaus - Anmerkung der Redaktion) weiß, wie wichtig Einsatzbereitschaft im Ehrenamt der Feuerwehr ist. Dafür gebührt allen Dank, die daran mitwirken." Kohl und Stahlknecht überreichten den "Fire Cats" neue Fußbälle und Süßigkeiten.

Die gut angenommen Angeboten des vergangenen Jahres stehen auch 2011 wieder auf dem Veranstaltungskalender. Hinzu kommen eine große Faschingsfeier, Kinobesuche, eine Winterwanderung mit Grillabend und die Erweiterung des Brandschutzwissens. Dabei wollen die Knirpse das bereits Gelernte wiederholen, lernen zwischen "gutem" und bösen" Feuer zu unterscheiden sowie Knoten und Gerätekunde üben. Auch auf einen Ausflug in Magdeburger Elbauenpark, den Zoo und auf ein kleines Zeltlager können sich die "Fire Cats" freuen.

Sollten Kinder aus dem Dorf Interesse am Mitmachen haben, können sie sonntags ab 10 Uhr am Feuerwehrhaus vorbeischauen. Bei den "Fire Cats" ist jeder kleine Ochtmersleber willkommen, auch wenn Mutti oder Vati nicht in der Feuerwehr sind.