"Bildungshunger und Wissensdurst sind keine Dickmacher." Wie Barlebens Bürgermeister Franz-Ulrich Keindorff betonte, führte es dennoch zu einer Zunahme – nämlich an Wissen, Kenntnisse, Erfahrungen und Leistungsfähigkeit. So geschehen jüngst geschehen an der Wirtschaftsakademie "Otto von Guericke".

Barleben. Jeder der 12 Schüler der 9. und 10. Klasse der Sekundarschule, die am Montag Nachmittag in der Aula ihr Zertifikat nach erfolgreichem Studium eben an dieser Wirtschaftsakademie ausgehändigt bekamen, stimmte dem Bürgermeister absolut zu. Laura Gehrmann, die stellvertretend für alle Lehrgangsteilnehmer, den Dozenten, Lehrern und Wirtschaftsfachleuten dankte, versicherte: "Ich kann nun jeden Schüler animieren, dass er, sollte er die Möglichkeit bekommen, unbedingt die Akademie zu besuchen. Ich bin davon überzeugt, dass uns das Studium ein gutes Stück auf das vor uns stehende Berufsleben vorbereitet." 18 Schüler hatten vor einem Jahr, übrigens als erste in Sachsen-Anhalt, das Studium aufgenommen. 12 Mädchen und Jungen der heute 9. und 10. Klasse haben es erfolgreich abgeschlossen.

Dr. Detlef Thormeyer, der geistige Vater, Mentor und Dozent, erinnerte in seiner Festansprache daran, dass im Oktober 2008 ein kleiner Kreis Gleichgesinnter "eine Vision einer von der Unternehmerschaft getragenen außerschulischen Bildungs- und Freizeiteinrichtung entwickelte". Es gab aber es ziemlichen Gegenwind. "Aber auch von der ersten Minute an Rückenwind – durch die Gemeinde Barleben, die DKB-Bank und durch die Sekundarschule selbst."

Und die Zielstrebigkeit hat sich letztlich ausgezahlt. Auch, weil die Schüler Stehvermögen und großes Interesse zeigten, und heute über ein gebündeltes Maß an Wirtschaftswissen verfügen. Wie Dr. Thormeyer nachdrücklich betont, wurde den Schülern während des Studiums auch einiges abverlangt: Zum Beispiel ein Jahr lang jeden Montag freiwillig nach Schulschluss die Schulbank zu drücken.

So kamen über 110 Stunden Wirtschaftskunde zusammen, dazu anspruchsvolle Vorlesungen mit Referenten aus der Praxis. Unter anderem stand der Geschäftsführer des WWAZ Wolmirstedt, Frank Wichmann, Rede und Antwort. Neben der Theorie, die gepaukt wurde, suchten die Schüler den Beweis in der Praxis. So führten sie Exkursionen zum Elektromotorenwerk durch, besuchten die Schüler das IGZ in Barleben, wurde das Industriemuseum in Magdeburg besichtigt.

Nichts geschah zum Selbstzweck, wie Dr. Thormeyer versicherte. Ziel war und ist es, die Schüler mit den Gesetzen der Marktwirtschaft vertraut zu machen. "Was mich darüber hinaus beeindruckt hat, dass die Schüler es in dieser Zeit gelernt haben, frei zu sprechen, zu argumentieren und Fragen zu stellen."

Dafür aber war es zwingend notwendig, vier Hauptthemen abzuarbeiten: So stand das Wirtschaftssystem der BRD und seine Gesetze auf dem Prüfstand, wurde über Personalplanung diskutiert, selbst eine Existenzgründung simuliert.

Laura Gehrmann, Christina Papendieck, Jonas Winter, Fabian Mecke, Maximilian Talbierski, Tino Loof, Sebastian Schäfer, Dennis Buretzek, Lisa-Marie Schulz, Tim Meyer, Stefan Thomas und Kevin Schiffner haben es geschafft und seit Montag schwarz auf weiß: "Scintae oeconomiae"; beurkundet die Wirtschaftsakademie "Otto von Guericke".