Noch bis Juli wird am "Storchennest" gebaut. Dach und Fassade der Kindertagesstätte werden mit Fördermitteln aus dem Konjunkturpaket II saniert. Durch die Arbeiten kommt es zu Einschränkungen bei Zufahrt und Parkplätzen, was für die Eltern manchmal zur Nervenprobe wird.

Wolmirstedt. "Du hast aber schon viel gemacht", begrüßt die Kiga-II-Gruppe vom "Storchennest" den Bauarbeiter Frank Oelze. Immer, wenn die Kinder nach dem Mittagsschlaf ins Freigelände stürmen, schauen sie neugierig nach den Baufortschritten an der Kindertagesstätte in der Gipfelstraße.

Dach und Fassade der seit 1972 bestehenden Einrichtung werden gedämmt und erneuert. Eine wichtige Investition, weiß nicht nur Ursula Kaiser-Haug. "Ich bin einfach nur glücklich, dass wir in die Förderung vom Konjunkturpaket II reingerutscht sind", erzählt die Einrichtungsleiterin. "Und wir danken natürlich auch der Stadt, dass sie trotz klammer Kassen den Eigenanteil für die Sanierungsarbeiten zur Verfügung stellt", ergänzt sie.

Für die Sanierung und Dämmung des Flachdaches sind 105 000 Euro veranschlagt. Rund 76 000 Euro kostet die neue Fassade. Beide Baulose erfolgen parallel, mit der Fassade ist eine Firma aus Barleben beauftragt. Rund 80 Prozent der Gesamtkosten werden durch Konjunkturmittel gefördert. Die Investition dürfte auch bei der nächsten Betriebskostenabrechnung positiv spürbar werden, hofft nicht nur Dirk Baensch, Sachgebietsleiter Hochbau.

In puncto Farbgestaltung dürfen die Kinder übrigens mitreden, erklärt der Mitarbeiter vom Bauamt. Das Barleber Unternehmen erstellt ein Farbkonzept, das auch im "Storchennest" vorgelegt werden soll. Fragt man die Kinder heute, wie ihr Haus aussehen soll, wird von "Blau" über "Lila" und "Orange" fast die komplette Farb-Mischpalette genannt. Ganz so bunt wird es aber wohl nicht werden, befindet sich die Einrichtung doch im Sanierungsgebiet der Stadt, weswegen die Vorschläge auch den Sanierungsbeirat passieren müssen.

Parkplatzsituation für die Eltern belastend

Die Bauarbeiten erfolgen bei laufendem Betrieb. "Doch die Arbeiter sind vorbildlich, halten die zweistündige Mittagsruhe der Kinder ein und erledigen in dieser Zeit Arbeiten, die nicht so viel Krach machen", beschreibt Ursula Kaiser-Haug die aktuelle Situation. Auf Toleranz hofft sie auch bei den Eltern der 130 im "Storchennest" betreuten Kinder, bittet in einem ersten Bau-Brief um Verständnis für die erschwerte Parksituation und die während der Bauphase veränderten Eingänge zur Kita.

Das kann Wenke Tramm-Lindner, Mutti von zwei "Storchennest"-Kindern, nur unterschreiben. "Wir freuen uns darüber, dass die Kita saniert wird", erklärte die Moseranerin gegenüber der Volksstimme. "Allerdings ist die Parkplatzsituation, die sowieso schon nicht besonders gut ist, jetzt nochmal deutlich erschwert", schildert sie ihre Erlebnisse. Was die Mutti ärgert, ist mangelndes Verständnis der Mitarbeiter des ebenfalls im Gebäude befindlichen Jobcenters.

"Auf dem benachbarten Parkplatz sind acht Stellflächen für die Arge ausgewiesen. In der aktuellen Situation wissen sich die Muttis aber manchmal nicht anders zu helfen, als dort kurz ihr Auto abzustellen, um ihre Kinder in die Kita zu bringen. Dabei kam es vor, dass sie von den Mitarbeitern in einem nicht sehr netten Ton darauf hingewiesen wurden, dass sie diese Parkplätze nicht benutzen dürfen." Wenke Tramm-Lindner würde sich wünschen, dass in der Bauphase mehr Verständnis für die Nöte der Eltern gezeigt wird.

Rüdiger Mages kennt die schwierige Situation vor Ort. "Wir haben den Parkplatz extra für unsere Mitarbeiter und die Kunden angemietet, bezahlen auch dafür", erklärt der stellvertretende Geschäftsführer der Arge Börde.

"Es kommt auch so immer wieder vor, dass Fremde einfach die Stellflächen nutzen", weiß er aus der Vergangenheit. "Wir haben auch nie jemanden abschleppen lassen, hätten es aber natürlich gern, dass diese Parkplätze für ihren Bestimmungszweck freigehalten werden", bittet auch er um Verständnis und versichert, dass die Mitarbeiter vor Ort schon ein Auge zudrücken würden, wenn jemand ausnahmsweise und nur für ein paar Minuten den Stellplatz nutzt – solange es nicht zur Regel wird.

Bis Juli werden die Bauarbeiten noch andauern, ist in der Gipfelstraße mit eingeschränkten Zufahrts- und Haltebedingungen zu rechnen. Ursula Kaiser-Haug versucht nicht nur im Bau-Brief, die Betroffenen zu motivieren: "Freuen wir uns alle auf eine bunte und wärmeisolierte Kita im August", schließt sie ihr Schreiben mit einem Ausblick, der so manche Geduldsprobe der Bauphase erträglich machen soll.