Die Baustelle der neuen Grundschule "Astrid Lindgren" in Dahlenwarsleben wurde abermals von Langfingern heimgesucht. Anfang April ließen unbekannte Täter 120 Pakete Dämmwolle mitgehen. Diesmal sind eine fabrikneue Warmwasserbereitung mit Solarunterstützung (Marke "Buderus") und ein knappes halbes Dutzend Heizkörper verschwunden. Zehn weitere waren bereits losgeschraubt. Die Diebe müssen anscheinend in ihrem Tun gestört worden sein.

Dahlenwarsleben. "Es müssen Täter mit Ortskenntnis gewesen sein", ist Reinhard Schimka überzeugt. "Im Labyrinth der drei Gebäude-Trakte jenen Raum auszumachen, in dem die erneuerte Wärmeversorgung untergekommen ist und sie fachgerecht abzubauen – dazu gehört nicht nur kriminelle Energie sondern auch Kenntnis der räumlichen Gegebenheiten", meint der Amtsleiter der Gemeinde Niedere Börde, die seit Dezember Auftraggeber für die Vollsanierung des flachen Gebäudes ist.

Die Polizei geht davon aus, dass die Tat im Zeitraum zwischen Freitag und Montag passiert ist. Hausmeister Olaf Hannemann hat sie am Montag bei Dienstantritt entdeckt. Am Sonntag ist ihm, wie er sagt, noch nichts Verdächtiges aufgefallen. Hannemann hat von der Gemeinde Order, nach Feier-abend und an den Wochenenden auf der Baustelle nach dem Rechten zu sehen. Für das bestehende Schulgebäude an der Klein Ammensleber Straße beschäftigt die Kommune einen Wach- und Schließdienst.

Wie der Hausmeister und später die Kriminaltechniker feststellten, haben die Täter ein Zaunfeld aufgetrennt und gewaltsam die gegenüberliegende Tür der im Umbau befindlichen Sekundarschule aufgehebelt. Das Diebesgut wurde offensichtlich nahe dem Tatort auf ein Fahrzeug verladen. Und hier gleicht das Bild dem Diebstahl der 120 Pakete Dämmwolle vom April – die Täter haben den Transporter oder Lkw unmittelbar auf das Feld neben dem Schulgelände gelenkt. Niedergewalzte Halme und Reifenspuren deuten darauf hin. Nach Meinung von Bernd Linsenbarth, bauleitender Monteur, müssen es mindestens zwei gewesen sein. "Diebesgut von 120 Kilogramm und mehr lässt sich nicht so einfach fortschleppen."

Die Polizei fragt: Wer hat zwischen 30. April und 3. Mai mehrere Personen in Tatortnähe beobachtet oder in den Abend- oder Nachtstunden ein Fahrzeug an der Baustelle gesehen? Hinweise nimmt die Kripo unter Telefon (039201) 60291 entgegen.

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