"Entdecker-Schlümpfe und Schlaubi-Schlümpfe in Bewegung" hieß es gestern früh in der Mittelandhalle. Durch die Pfingstferien ruhte der Schulsport. Die 25 Kinder und ihre vier Erzieherinnen hatten die große Halle für sich ganz allein. Sportwissenschaftlerin Karin Tölg vom LIBa-Team demonstrierte das spielerische Umsetzen von Bewegung.

Barleben. Studien belegen: Nicht nur Erwachsene, auch Kinder sind zu nehmend zu dick. Ihre motorischen Fähigkeiten sind seit Jahren rückläufig. Im Durchschnitt wiegen Kinder bei ihrer Einschulung ein Kilo mehr als noch vor zehn Jahren. Der Kindergarten "Barleber Schlümpfe" begegnet diesem Trend engagiert. Als Partnereinrichtung der Lokalen Initiative Barleben, kurz LIBa, ein Modellprojekt des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, nehmen die Erzieherinnen bereits seit mehreren Jahren an einer Fortbildungsreihe teil, um Bewegungsförderung in den Alltag ihrer Schützlinge zu integrieren. Das Bildungsprogramms für Kindertageseinrichtungen in Sachsen-Anhalt und ein Bewegungsprogramm des Sportwissenschaftlichen Institutes der Magdeburger Universität zugrunde legend, wurde diese Fortbildungsreihe entwickelt. Auch Erzieherinnen aus sieben weiteren Einrichtungen des Einzugsgebietes werden in Workshops durch Sportwissenschaftler der LIBa geschult. Die theoretische Weiterbildung findet seit April einen anwendungsbezogenen Abschluss. Sportwissenschaftlerin Karin Tölg vom LIBa-Team trifft sich mit den einzelnen Gruppen des Kindergartens in der Mittellandhalle. Die Erzieherinnen erhalten Anregungen für die Gestaltung von Bewegungsstunden. Dem Alter der Kinder angepasst, werden praktische Ratschläge für das spielerische Umsetzen von Bewegung oder den Einsatz von Sportgeräten wie Bällen, Turnbänken oder Schwungtüchern gegeben. Die Kinder werden während der Bewegungstunde beobachtet. Erforderlichenfalls wird einzeln auf sie eingegangen. "Es geht darum, allgemeine motorische Grundfertigkeiten zu schulen. Denn: Körperliche und geistige Entwicklung im Vorschulalter sind eng mit Bewegung verbunden", so Karin Tölg. Über das Familienzentrum der LIBa werden den Frauen zudem schriftliche Handreichungen für ihre Arbeit zur Verfügung gestellt.

"Derzeit wird die Maßnahme noch im Rahmen des Modellprojektes vom Bundesministerium finanziert", erläutert Evelyn Brämer von der LIBa-Geschäftsstelle. Zielsetzung nach der Modellphase bleibe es, die Fortbildungsreihe zu vertiefen und bewährte Module aus der Arbeit anderen Tageseinrichtungen anzubieten. "Es wird allerdings noch nach Finanzierungsmöglichkeiten zur Übertragung und Ausweitung dieser Maßnahme gesucht", informiert Brämer.