Der Verein "Soziokulturelles Zentrum Schranke" hat eine neue Spitze. Wolfgang Buschner wurde auf der Jahreshauptversammlung gewählt. Mitte Juli löst er Christina Laqua als Vorsitzende ab. Zusammen mit dem Vorstand und Geschäftsführerin Christine Maluck will er neue kulturelle Wege bestreiten.

Wolmirstedt. Wolfgang Buschner und die neu gewählten Mitglieder des "Schranke"-Vorstandes schauen optimistisch in die kulturelle Zukunft. Anfang Mai fand die Jahreshauptversammlung statt, wurden die inhaltliche Arbeit und der Haushalt für das Jahr 2009 abgerechnet. Diskussionen gab es, weil der Verein für das vergangene Jahr mit 4000 Euro Mehrausgaben umgehen muss. Diese Summe, entstanden durch Preissteigerungen bei den Betriebskosten und höhere Aufwendungen im Rahmen der 1000-Jahr-Feier, muss nun aufgefangen werden. Positiv ist die Bilanz dagegen, wenn es um die Öffnungszeiten des Bürgerhauses geht. 317 Tage, das sind 28 mehr als im Jahr davon, war die Begegnungsstätte für Zirkel, Gruppen und Feste geöffnet.

Die Erfolge des Vereins sind nicht nur dessen Führungsriege und den Mitgliedern zu verdanken, sondern auch der Stadt. "Die Unterstützung der Stadt ist für uns enorm wichtig und sichert unseren Fortbestand", dankte Christina Laqua, die scheidende Vereinsvorsitzende. Für die Jahre 2009, 2010 und 2011 hatte der Stadtrat dem Verein per Grundsatzbeschluss jährlich 20 000 Euro zugesichert. Da zusätzlich die Betriebskosten übernommen werden, beläuft sich die Förderung auf gut 43 000 Euro pro Jahr. "Diese Summe gibt uns Planungssicherheit, wir haben sehr lange darum gekämpft. Ich hoffe, dass wir trotz der aktuellen Haushaltslage im kommenden Jahr wieder eine Zusage für Unterstützung erhalten", gibt sich Christine Maluck optimistisch. Die Geschäftsführerin ist hauptamtlich eingestellt, genau wie Daniela Wirthgen, die im Veranstaltungsbüro die Fäden in der Hand hält.

Den Damen zur Seite stehen emsige Ein-Euro-Jobber, 42 Vereinsmitglieder und der ehrenamtliche Vorstand. Der wurde auf der Jahreshauptversammlung neu gewählt. Christina Laqua trat aus zeitlichen Gründen nicht mehr zur Wahl an, bleibt aber, genau wie der scheidende Schatzmeister Daniel Laqua, dem Verein als Mitglied erhalten. Wolfgang Buschner wurde als Vorstandsvorsitzender für die nächsten drei Jahre gewählt, Sebastian Filipp unterstützt ihn als zweiter Vorsitzender. Jens Schölecke überwacht als Schatzmeister die Finanzen, Dagmar Müller übernimmt das Amt der Schriftführerin. Holger Höding und Frank Wichmann komplettieren als Beisitzer die neue Vereinsspitze, die gemäß der Satzung ab Mitte Juli mit neuen Ideen und Impulsen die Kulturarbeit in der Stadt weiterentwickeln möchte.

Ideen haben sie reichlich. Morgen beginnt erstmalig die Terrassenbespielung im Schlossgarten, für kommende Woche wurde eine Lesung mit Heinz-Florian Oertel organisiert. Von Freiluftkino in den Sommermonaten ist die Rede, auch davon, noch weitere künstlerische Gruppen und Zirkel ins Bürgerhaus zu holen. Denn auf diesem Gebäude liegt ihr Hauptaugenmerk. "Wir sind keine Großveranstalter, sondern uns geht es darum, dieses Haus mit Leben zu erfüllen. Es soll eine Begegnungsstätte werden, wo sich viele Menschen künstlerisch und kulturell engagieren können", gibt Christine Maluck die Marschrichtung vor.

"Es ist kurios, aber wenn man mit den Leuten ins Gespräch kommt, merkt man, dass selbst so mancher Wolmirstedter die vielen Möglichkeiten und Angebote dieser Stätte nicht kennt. Da wollen wir ansetzen und dieses kulturelle Zentrum auch über die Stadtgrenzen hinaus bekannter machen", erklärt Wolfgang Buschner und stellt klar: "Wir sind einzigartig, wollen uns weder in Konkurrenz noch in Vergleichbarkeit zu größeren Veranstaltern in der Region begeben."

Christine Maluck erinnert an die Zeit, wo man in das Haus einzog. "Damals, vor 17 Jahren, haben wir klein angefangen und dann relativ schnell große Veranstaltungen angeboten. Da war ein Countryfest genau so dabei wie ein Abend mit irischer Musik." Im Laufe der Zeit hätten immer mehr Orte im Umland ihre eigenen Feste aufgezogen, die mittlerweile zu eigenen Anziehungspunkten geworden sind. Hier wolle man sich nichts wegnehmen, sondern sich ergänzen, um das Angebot für die Bürger der Region noch vielfältiger zu gestalten.

Deshalb will Wolfgang Buschner künftig noch enger mit der Stadt zusammenarbeiten. "Wenn der Verein gefördert wird, dann kann die Stadt von ihm auch etwas fordern", nennt er das Prinzip der Zukunft.