Die Gersdorfer Feuerwehr war am Sonnabend die erste Wehr in der Niederen Börde, die zur Jahreshauptversammlung in das Gerätehaus einlud. In den vergangenen zwölf Monaten mussten die 13 aktiven Kameraden unter anderem fünf Einsätze fahren.

Gersdorf. Die Kameraden der kleinsten Feuerwehr der Einheitsgemeinde in Gersdorf sind meist einen Tick schneller als die anderen Wehren der Niedere Börde. Während erst im Januar die Feuerwehren Bilanz der vergangenen zwölf Monate ziehen, taten dies die Gersdorfer Kameraden bereits am vergangenen Sonnabend. Und auch für das Jahr 2009 wurden den 13 aktiven Feuerwehrleuten um ihren verdienstvollen Ortswehrleiter Mario Schielke eine vorbildliche Arbeit attestiert. Vor allem Bürgermeisterin Erika Tholotowsky lobte den Elan dieser kleinen, aber überaus engagierten Feuerwehr und würdigte vor allem ihre Zuverlässigkeit.

Wehrleiter Mario Schielke hatte zuvor in seinem Rechenschaftsbericht in kurzer, aber sehr präzisen Form eine durchweg gute Bilanz ziehen können. So verwies der 41-Jährige zunächst darauf, dass die Wehr ein wichtiger Faktor im kulturellen Leben der Ortschaft ist. So erinnerte er an das Osterfeuer, an den Tag der offenen Tür oder die Einsatzübung vor Ort, wo zahlreiche Gersdorfer Zaungäste waren. Doch auch in der kleinsten Wehr steht die Ausbildung an erster Stelle, " um jederzeit, auch wenn es große Defizite in der Technik gibt, einsatzbereit zu sein ", wie der Ortswehrleiter nachdrücklich betonte. So war vor allem Katrin Vagel, Gemeinde-Wehrleiterin Niedere Börde, die mit ihren beiden Stellvertretern Karl-Heinz Mill und Gerhard Wolff an der Jahreshauptversammlung teilnahm, sehr davon angetan, dass gleich vier Mitglieder der Gersdorfer Wehr an der Ausbildung zum Atemschutzgeräteträger erfolgreich teilnahmen. Und ganz wichtig, der Nachwuchs drängt nach. Mit Nadien Blumenthal und Lisa Schielke absolvierten zwei Kameradinnen bravurös den Grundlehrgang. Nadien, die in diesem Jahr ihren 18. Geburtstag feierte, konnte damit in den aktiven Dienst übernommen werden. Sie war nicht die einzige an diesem Abend. So wurden Stefanie Bilz und Katja Stimpel zur Feuerwehrfrau sowie David Lesse und Matthias Conert zum Feuerwehrmann befördert. Doch es gab in Gersdorf auch sehr kritische Worte seitens der Ortschaftswehr. " So kann es nicht sein, dass allein der Ortswehrleiter sich die Nachwuchsarbeit auf die Fahne schreibt ", betonte Mario Schielke, " ich sehe hier auch die Gemeinde in der Pflicht, denn sie partizipiert letztlich von unserer verantwortungsvollen ehrenamtlichen Tätigkeit. " Und noch ein Wermutstropfen : Im Februar 2004 wurde die Jugendwehr gegründet. Heute aber sind nur noch vier Jugendliche aktiv. Einen triftigen Grund sieht der Ortswehrleiter vor allem in dem fehlenden Anreiz und stellte bewusst die Frage : " Was können wir den Jugendlichen schon bieten ?"