Am 1. September startete das Deutsche Rote Kreuz ( DRK ) " FaSe – ein Migrations-Integrationsprojekt für Familien und Senioren ". Letzte Woche fand dazu eine Informationsveranstaltung in den Räumen des DRK in Wolmirstedt statt.

Wolmirstedt. Immer wieder wurden die Mitarbeiter des DRK bei der Tafel, der Kleiderkammer oder im Frauenhaus von überwiegend russischsprachigen Migranten auf eine Problematik hingewiesen : Es sei nicht einfach, sich ohne Hilfestellung hier eine Existenz aufzubauen und sich heimisch zu fühlen. Vielen Migranten fällt es schwer, sich in die Gesellschaft zu integrieren. Im Bördekreis leben immerhin 1994 Ausländer ohne deutsche Staatsbürgerschaft, die aus 109 verschiedenen Nationen stammen. Davon leben etwa 308 in Wolmirstedt, die jedoch größtenteils deutscher Staatsangehörigkeit sind.

" Weil wir erkannt haben, dass ein so großer Bedarf besteht, haben wir dieses Projekt gestartet. Es soll helfen, Vorurteile abzubauen und das Zusammenleben von Migranten und Einheimischen zu stärken ", erklärt Mandy Oelke, Leiterin für Sozialarbeit beim DRK. Gefördert wird das Vorhaben über das Programm " Lokales Kapital " des Landes Sachsen-Anhalt mit Mitteln des Europäischen Sozialfonds.

Eigens dafür steht den Mitarbeitern des DRK eine junge Frau zur Seite, die selbst erst seit zwei Jahren in Deutschland lebt. Halina Ruts soll helfen, die Kommunikation zwischen den Migranten und Einheimischen zu erleichtern – und das nicht nur auf verbaler Ebene. In einer Sprechstunde ( montags 13 bis 15 Uhr und freitags 10 bis 12 Uhr ) gibt sie jedem, der dies in Anspruch nehmen möchte, Hilfestellung bei Unklarheiten mit Behörden oder bei der Vermittlung von Ansprechpartnern. Zudem sind voraussichtlich jeden Freitag von 9 bis 10 Uhr integrative Gesprächsrunden geplant.

Eine Gruppe von zehn Teilnehmern trifft sich bereits regelmäßig zum Sport. Mandy Oelke ließ verlauten, dass dies bei den Migranten aus dem russischsprachigen Raum sehr gut ankomme. Auch in der Informationsveranstaltung gab es mehrere Nachfragen, ob es nicht möglich sei, noch eine zweite Sportgruppe zu gründen, da die erste bereits ausgelastet ist.

Doch das Projekt, welches unter der Leitung von Ursula Geisthardt steht, sieht mehr vor, als nur körperliche Betätigung. Die Mitarbeiter des DRK und die Migranten selbst legen großen Wert darauf, die Region näher zu bringen bzw. besser kennen zu lernen. So sollen beispielsweise Ausflüge organisiert und andere kulturelle Angebote wahrgenommen werden, wie etwa Konzerte oder Lesungen in Wolmirstedt. Um noch mehr Ideen für gemeinsame Aktivitäten zusammenzutragen, wird am 5. November ein Stammtisch veranstaltet.

Des weiteren gibt es Angebote für Sprachunterricht, um das Sprechen, Lesen, Schreiben und Verstehen der deutschen Sprache zu verbessern. Außerdem sind am 12. November ein Gesundheitsnachmittag sowie am 8. Dezember ein Kreativnachmittag geplant. Dabei hofft Mandy Oelke, dass zu diesem Termin vor allem Familien mit ihren Kindern erscheinen, um ein paar dekorative Sachen für Weihnachten zu basteln, die dann auch mit nach Hause genommen werden können.

Die Mitarbeiter des DRK sind optimistisch, dass sich das Projekt auch nach dem guten Start weiterhin positiv entwickeln wird und viel Anklang, nicht nur bei den Migranten, sondern auch bei den Einheimischen in Wolmirstedt und Umgebung findet.