Unzählige Stunden hat Moses Ortsbürgermeisterin Helga Steinig in Archiven zugebracht, um eine Chronik des Ortsteiles zusammenzustellen. Das Interesse an der Historien-Übersicht ist groß. Grund genug, die Chronik öffentlich vorzustellen.

Mose. Lehrer, Kindergärtner, Feuerwehrleiter, Flüchtlingsfamilien – in der Chronik der Ortschaft Mose hat Helga Steinig nicht nur Daten zum Ort, sondern auch Übersichten über dessen Bewohner zusammengestellt. Die Geschichte von Mose passt bisher auf 24 Seiten, die Anhänge, also alte Bilder, Auszüge aus Kirchenbüchern und Zeitungsartikel, füllen dagegen schon einen dicken Ordner.

" Im Vorfeld der 1050-Jahr-Feier von Mose im Jahr 1987 habe ich mir gedacht, dass es doch schön wäre, wenn wir zu diesem Anlass aus der Chronik vorlesen. Doch die alte Zusammenfassung, die mein Schwiegervater erstellt hatte, war verschwunden ", erinnert sich Ortsbürgermeisterin Helga Steinig. Also begab sie sich zweieinhalb Jahre vor dem eigentlichen Fest auf die Suche, saß stundenlang im Pfarrhaus oder im Museum, um Fakten über Mose zu finden. " Das war mühselig, ich musste alles von Hand abschreiben, denn Kopierer gab es ja damals noch nicht. " Helga Steinig hat selbst noch die Schule in Mose besucht. " In der vierten Klasse wurde uns damals aus der alten Chronik vorgelesen, das fand ich hochinteressant. Zum Beispiel erfuhren wir damals, dass die Bauern für den Bau des Klosters Eier abgeben mussten, mit denen man dann die Mauern verfugt hat. " Auch dass Mose ursprünglich mal ein Fischerdorf war, es in der Senke in Richtung Wolmirstedt mal den Breiten See gab, der später trockengelegt wurde – all das kennen die jüngeren Dorfbewohner nur aus Überlieferungen.

Für die Festschrift, die zur 1000-Jahr-Feier von Wolmirstedt herausgegeben wurde, hat Helga Steinig die Geschichte von Mose in einem eigenen Kapitel zusammengefasst. Die Ortsbürgermeisterin hat noch zahlreiche Fotos aus früheren Zeiten. Auch solche, auf denen noch der Bahnhof zu sehen ist.

Fein säuberlich sortiert befinden sich die Bilder schon auf dem Computer von Helga Steinig. Die Ordner sind mit " 1050-Jahr-Feier ", " Dorferneuerung ", " Feuerwehr ", " Historie ", " Karneval " und " 1000-Jahr-Feier Wolmirstedt " überschrieben. Am 27. November, wenn die Chronik von Mose im Kulturhaus öffentlich vorgestellt wird, sollen auch die Fotos gezeigt werden. Um 19 Uhr beginnt der Vortrag zur Geschichte der Ortschaft.

Selbst alteingesessene Moser werden dabei sicher noch das ein oder andere erfahren, dass sie bisher nicht wussten. " Kaum einer hat bisher nämlich Kenntnis davon, dass es sogar ein Lied über Mose gibt ", macht die Ortsbürgermeisterin neugierig. Sie möchte am 27. November auch mit den Bürgern ins Gespräch kommen, um zu klären, wie die 1075-Jahr-Feier gestaltet werden könnte und wer sich an den Vorbereitungen beteiligen möchte. Einige Bewohner, die ihre Ortschaft beim Festumzug in Wolmirstedt vertreten haben, waren nämlich sogar schon bei der 1050-Jahr-Feier im Umzug dabei. Und könnten 2012 doch sicher wieder in die historischen Kostüme schlüpfen.